Brustoperation – wichtige Informationen im Überblick

Eine Brustoperation, auch Brustkorrektur genannt, gehört zur Brustchirurgie und erfordert organisatorische wie auch mentale und körperliche Vorbereitung. Dies gilt nicht nur für die behandelnden Fachkräfte, sondern insbesondere auch für potenzielle Patienten. Denn bevor die eigentliche Brust-OP durchgeführt werden kann, müssen alle offenen Fragen geklärt sein.

In diesem Ratgeber zu Brustoperationen erhalten Sie wichtige Informationen, die Ihnen in Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch helfen können.

Was ist eine Brustoperation?

Der Begriff „Brustoperation“ umfasset im Allgemeinen jegliche Operationen an der menschlichen Brust, sei es aus ästhetischen oder aus medizinischen Gründen. Dazu gehören:

  • Brustvergrößerungen (Mammaaugmentation)
  • Brustverkleinerungen (Mammareduktionsplastik)
  • Brustwiederaufbau (Mammarekonstruktion)
  • Brustamputationen (Masektomie)
  • Bruststraffungen (Mastopexie)

Die am häufigsten vorgenommene Brustoperation bei Frauen ist derzeit die Brustvergrößerung.[1] Entscheiden sich Männer für eine Brustoperation, handelt es sich dabei meist um eine Brustverkleinerung, um eine Gynäkomastie zu behandeln.[2]

Gründe für eine Brustoperation

Die Gründe für eine Brustoperation können sowohl ästhetischer als auch gesundheitlicher Natur sein.

  • Fühlt sich jemand aufgrund der eigenen Brustform oder -größe unwohl, dann kann dies psychologische Konsequenzen haben. Eine Brustkorrektur kann in diesem Fall zu einer höheren Selbstakzeptanz führen.
  • Entstehen Rückenschmerzen aufgrund des Gewichts einer großen Brust, kann eine Brustverkleinerung Linderung verschaffen.

Inwiefern die Voraussetzungen für eine Brustoperation gegeben sind, wird in einem ersten Beratungsgespräch geklärt.

Vorbereitung auf eine Brustoperation: Beratungsgespräch

Am Anfang jeder Brustoperation – ob Brustvergrößerung, -verkleinerung oder -straffung – steht ein Beratungsgespräch.[3] Es dauert zwischen 30 und 60 Minuten und dient dem ersten Kennenlernen zwischen dem ärztlichen Fachpersonal und der Patientin oder dem Patienten.

Im Fokus stehen dabei:

  • patientenseitige Erwartungen und Wünsche zu besprechen.
  • über Brustoperationsmethoden aufzuklären.
  • mögliche Risiken zu erläutern.
  • eine Anamnese durchzuführen.
  • Voraussetzungen zur Eignung abzuklären.

Brust-OP: Fragen für das Beratungsgespräch

Um das Beratungsgespräch bestmöglich auszunutzen, lohnt es sich, im Vorfeld einige wichtige Fragen zur Brust-OP zu notieren. Im Folgenden sind einige Beispielfragen aufgelistet, die für jegliche Art von Brustoperation relevant sind:[4]

  • Erfahrung der ärztlichen Fachkraft:
    • Seit wie vielen Jahren praktizieren Sie als plastisch-ästhetische Chirurgin bzw. Chirurg?
    • Wie viele Brustoperationen bzw. Behandlungen dieser Art haben Sie durchgeführt?
  • Operationsmethode
    • Sind Sie auf die gewünschte Operationsmethode spezialisiert?
    • Warum ist die empfohlene Methode die richtige für mich?
    • Welche alternativen Behandlungsmethoden gibt es?
  • Prognose / Erwartungen
    • Kann das zu erwartende Ergebnis vorab simuliert werden? Beispielsweise durch eine Computersimulation oder Einlagen im BH?
    • Wie lange dauert es, bis sich das Endergebnis einstellt?
    • Wie lang wird das Ergebnis anhalten und wovon ist es abhängig?
  • Operation
    • Wie sollte ich mich auf die Brustoperation vorbereiten?
    • Wie ist der Ablauf der Brust-OP?
  • Details zur Nachsorge
    • Welche Risiken birgt diese Brustoperation?
    • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen?
  • Kosten
    • Welche Kosten habe ich zu erwarten?
    • Wie setzen sich die Kosten der Brustoperation zusammen?
    • Welche zusätzlichen Kosten können entstehen?
    • Kann ich die Brust-OP finanzieren?

Grundsätzlich gilt: Es gibt keine Brust-OP-Frage, die nicht erlaubt ist. Darüber hinaus bieten zahlreiche Kliniken die Möglichkeit eines zweiten Beratungsgesprächs, falls weitere Fragen zur Brustoperation aufkommen.

Brustoperation: Das beinhaltet die Anamnese

Das Beratungsgespräch zur Brustoperation beginnt mit der Anamnese – dem Aufnehmen der Krankengeschichte des Patienten oder der Patientin. Die chirurgische Fachkraft klärt dabei ab, ob Krankheiten wie beispielsweise Brustkrebs vorhanden sind oder im Familienumfeld auftreten. Auch andere akute oder chronische Krankheiten wie Allergien und Unverträglichkeiten sind relevant.

Es ist sehr wichtig, bei der Anamnese alle Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, nur so können die Voraussetzungen für eine sichere Brust-OP geschaffen werden. Neben der gesundheitlichen Eignung spielen auch die psychischen Voraussetzungen eine große Rolle.

Simulation der Brustkorrektur

Um eine Vorstellung vom möglichen Ergebnis zu erhalten, bieten viele Kliniken innerhalb des Beratungsgesprächs eine Simulation an. Dabei lässt sich absehen, ob Wunsch und Realität übereinstimmen. Anhand der Simulation kann die richtige Methode für die Brustoperation ausgewählt werden.

Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten, das Ergebnis einer Brustoperation vorab zu simulieren:

  • Einlagen in einem Spezial-BH, um ein Gefühl für Größe und Gewicht zu bekommen.
  • 3D-Simulation

Vorher-Nachher-Bilder von erfolgreichen Operationen anderer Patienten können zudem helfen, sich das mögliche Ergebnis vorzustellen.

Brustoperation – Welche Behandlungen gibt es?

Je nachdem, um welche Art von Brustoperation es sich handelt, bieten sich verschiedene Behandlungsmethoden an. So unterscheiden sich die einzelnen Behandlungen vor allem in folgenden Punkten:

  • Schnittführung (Inzision)[5]
  • Bei Brustvergrößerungen: Eigenfetttransplantation oder Implantat
  • Beschaffenheit des Implantats
  • Art der Narkose
  • Nahttechniken

Wahl der Klinik für eine Brustoperation

Entscheidend für den Erfolg einer Brustoperation ist die Wahl der passenden Klink für plastisch-ästhetische Chirurgie. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Qualifikationen und Erfahrungen der behandelnden Fachkräfte: Ratsam ist es, jemanden zu wählen, der über langjährige Erfahrung verfügt und sich stets weiterbildet. Nur wer den Titel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ vorweist, vormals „Facharzt für Plastische Chirurgie“, hat eine mindestens sechsjährige Ausbildung hinter sich.[6]
  • Ort der Klink: Liegt die Klink nahe dem Wohnort, ist es einfacher, für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen anzureisen.
  • Kosten der Brustoperation: Der günstigste Preis sollte nicht das entscheidende Kriterium sein. Vielmehr spielt der Umfang der enthaltenen Leistungen eine Rolle – sind alle wichtigen Untersuchungen inkludiert sowie benötigte Materialien oder das Krankenhausbett.
  • Freier Termin: Dabei ist nicht nur das Datum der Brustoperation entscheidend, sondern auch, ob danach Zeit für Urlaub gegeben ist. Denn nach einer Brust-OP gilt es, sich mehrere Tage bzw. Wochen auszuruhen. Bei ästhetisch-plastischen Eingriffen muss dafür der private Urlaub herhalten.
  • Hygienestandard in der Klinik: Bei Brustoperationen sowie bei jeglichen anderen medizinischen Eingriffen ist die Hygiene von großer Bedeutung. Macht schon der Wartesaal oder der Behandlungsraum einen verunreinigten Eindruck, ist von der Klinik eher abzuraten.

Bei der Wahl einer passenden Klinik sind wir Ihnen gerne behilflich.

Brustoperation im Ausland: Was ist zu beachten?

Im Ausland gibt es ebenso wie in Deutschland ausgezeichnete chirurgische Fachkräfte. Allerdings liegt das Preisniveau in der Regel nicht sehr viel niedriger als im deutschsprachigen Raum. Soll die Brustoperation dennoch im Ausland vorgenommen werden, gilt es, bei der Wahl der Klinik auf Folgendes zu achten:[7]

  • Ob die behandelnde Person tatsächlich in plastischer Chirurgie ausgebildet ist, lässt sich beispielsweise über die internationale Fachgesellschaft ISAPS feststellen.
  • Hat die jeweilige medizinische Fachkraft eine Haftpflichtversicherung?
  • Wie sind die Bedingungen? Da Operationssaal und Hygienestandards für Patienten kaum vorab zu überprüfen sind, lohnt es sich, nach Erfahrungsberichten zu suchen.
  • Wie verhält es sich mit der Nachsorge? Kann diese im Heimatland vorgenommen werden oder ist ein erneuter Besuch der ausländischen Klinik nötig?
  • Gibt es Personal, das Ihre Muttersprache beherrscht?
  • Woraus setzen sich die Kosten für die Brustoperation zusammen?

Kosten einer Brustoperation im Ausland

Erfolgt die Brustoperation aus Kostengründen im Ausland, gilt es, den Leistungsumfang genau zu prüfen:

  • Sind alle Medikamente, der postoperative Stütz-BH, Klinikgebühren und die Übernachtung nach dem Eingriff mit eingerechnet?
  • Sind die notwendigen Nachbehandlungen und Kontrollen im Preis enthalten?
  • Muss ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin mit Kenntnissen der medizinischen Fachsprache engagiert werden?

Zudem sind die An- und Abreise sowie eventuelle Vermittlungsgebühren bei der Nutzung einer Agentur einzurechnen.

Weitere Informationen zu Brustoperationen

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Behandlungen und Methoden rund um die Brustoperation, den Kosten einer Brustoperation sowie zu den Risiken.

 

[1] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-statistik-2019-trends-der-aesthetisch-plastischen-chirurgie/ (Stand: 09.10.2019).

[2] Ärzteblatt, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/94803/Zahl-der-Schoenheitsoperationen-weiter-gestiegen (Stand: 09.10.2019).

[3] Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), https://www.dgaepc.de/aesthetisch-plastische-chirurgie/brust/brustvergroesserung/ (Stand: 08.10.2019).

[4] Wörle, B., Sattler, G.: Ästhetische Chirurgie. Stuttgart: Kohlhammer Druckerei, 2017.

[5] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. München: Springer Verlag, 2018.

[6] Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), https://www.dgpraec.de/patienten/op-infos/brustvergroesserung/ (Stand: 08.10.2019).

[7] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-schoenheitsoperation-im-ausland-das-sollte-gut-ueberlegt-sein/ (Stand: 09.10.2019).


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