Brustoperation – alle Fragen zur Beratung und OPs

Bei der Brustoperation – auch Brustkorrektur – handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff an der (vorwiegend) weiblichen Brust. Die meisten Frauen, die eine Brust-OP durchführen lassen, entscheiden sich aufgrund ästhetischer Merkmale dafür, z. B. weil sie ihre Brust als zu klein oder zu groß empfinden. Bei anderen ist eine Brustoperation hingegen als medizinische Maßnahme notwendig. Unabhängig von den Beweggründen der Betroffenen erfordert der operative Eingriff eine intensive mentale sowie körperliche Vorbereitung. So sind etwa alle offenen Fragen bzgl. der Brust-OP in einem Beratungsgespräch zwischen Patientin und Arzt oder Ärztin zu klären.

In diesem Ratgeber erhalten Sie alle wichtige Informationen, die Ihnen in Vorbereitung auf eine Brustoperation sowie das Beratungsgespräch helfen können.

Was ist eine Brustoperation?

Der Begriff „Brustoperation“ umfasst im Allgemeinen jegliche Operationen an der menschlichen Brust – unabhängig davon, ob der Eingriff aus ästhetischen oder aus medizinischen Gründen erfolgt. Dazu gehören:

Die am häufigsten vorgenommene Brustoperation bei Frauen ist derzeit die Brustvergrößerung.[1] Doch auch manche Männer entscheiden sich für eine Brust-OP. In dem Fall handelt es sich meist um eine Brustverkleinerung zur Behandlung der Gynäkomastie. Laut der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) ist dies „einer der häufigsten ästhetischen Operationen beim Mann“[2].

Gründe für eine Brustoperation

Die Gründe für eine Brustoperation können sowohl ästhetischer als auch gesundheitlicher Natur sein.

Beispiel für ästhetische Gründe für eine Brustoperation Beispiel für medizinische Gründe für eine Brustoperation
Fühlt sich jemand aufgrund der eigenen Brustform oder -größe unwohl, dann kann dies psychologische Konsequenzen haben. Eine Brustkorrektur kann in diesem Fall zu einer höheren Selbstakzeptanz führen. Entstehen etwa chronische Rückenschmerzen aufgrund des Gewichts einer sehr großen Brust, kann eine Brustverkleinerung Linderung verschaffen.

 

Bereits im ersten Beratungsgespräch vor der Brustoperation sprechen Patient bzw. Patientin und Arzt bzw. Ärztin über die Beweggründe sowie die Erwartungen an die OP. Zusätzlich gilt es, die jeweiligen Voraussetzungen für die gewünschte Brustoperation zu prüfen.

Voraussetzungen für eine Brustoperation

Grundsätzliche Voraussetzungen für eine Brust-OP sind u. a.:

  • Mindestalter von 18 Jahren: So kann gewährleistet werden, dass der Körper der Frau bereits vollständig entwickelt ist, und es besteht kein Risiko, dass durch die OP Wachstumsstörungen auftreten.
  • Mentale Gesundheit: Es ist wichtig, dass Interessierte den Entschluss zur Brust-OP auf eigenen Wunsch und bei voller geistiger Gesundheit fassen. Die Entscheidung darf nicht auf Druck von außen, etwa von Verwandten oder Freunden, basieren.
  • Körperliche Gesundheit: Um eine Brustoperation möglichst risikofrei durchzuführen, sollte die Patientin nicht schwanger sein, die Stillzeit beenden haben und nicht unter akuten Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen leiden.

Welche weiteren Voraussetzungen Patienten und Patientinnen erfüllen müssen, damit die gewünschte Brustoperation durchgeführt werden kann, variiert je nach Art des Eingriffs.

Brustoperation: Welche Behandlungen gibt es?

Je nachdem, um welche Art von Brustoperation es sich handelt, bieten sich verschiedene Behandlungsmethoden an. So unterscheiden sich die einzelnen Behandlungen vor allem in folgenden Punkten:

  • Schnittführung (Inzision)[3]
  • Bei Brustvergrößerungen: mit Eigenfett oder Implantat
  • Art des Implantats
  • Art der Narkose
  • Nahttechniken

Vorbereitung auf eine Brustoperation: das Beratungsgespräch

Am Anfang jeder Brustoperation – egal ob Bruststraffung, Brustverkleinerung oder Brustvergrößerung – steht mindestens ein Beratungsgespräch. Es dauert zwischen 30 und 60 Minuten und dient dem ersten Kennenlernen zwischen dem ärztlichen Fachpersonal und der Patientin oder dem Patienten.

Im Fokus stehen dabei:

  • Besprechen der patientenseitigen Erwartungen und Wünsche
  • Aufklären über Brustoperationsmethoden
  • Erläutern möglicher Risiken
  • Durchführen der Anamnese
  • Abklären der Voraussetzungen zur Eignung für die Brust-OP

Was ist die Anamnese?

Das Beratungsgespräch zur Brustoperation beginnt mit der Anamnese – dem Aufnehmen der Krankengeschichte des Patienten oder der Patientin. Die chirurgische Fachkraft klärt dabei ab, ob Krankheiten wie beispielsweise Brustkrebs vorhanden sind oder im Familienumfeld auftreten. Auch andere akute oder chronische Krankheiten wie Allergien und Unverträglichkeiten sind relevant. Es ist sehr wichtig, bei der Anamnese alle Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Nur so können die Voraussetzungen für eine sichere Brust-OP geschaffen werden.

Brust-OP: Fragen für das Beratungsgespräch vorbereiten

Um das Beratungsgespräch bestmöglich zu nutzen, lohnt es sich, im Vorfeld wichtige Fragen zur Brust-OP zu notieren. Im Folgenden sind einige Beispielfragen aufgelistet, die für jegliche Art von Brustoperation im Beratungsgespräch relevant sind:[4]

  • Zur Erfahrung der ärztlichen Fachkraft:
  • Seit wie vielen Jahren praktizieren Sie als plastisch-ästhetische Chirurgin bzw. Chirurg?
  • Wie viele Brustoperationen bzw. Behandlungen dieser Art haben Sie bereits durchgeführt?
  • Zur Methode der Brustoperation:
  • Sind Sie auf die gewünschte Operationsmethode spezialisiert?
  • Warum ist die empfohlene Methode die richtige für mich?
  • Welche alternativen Behandlungsmethoden gibt es?
  • Zur Prognose und den Erwartungen:
  • Kann das zu erwartende Ergebnis vorab simuliert werden? Beispielsweise durch eine Computersimulation oder Einlagen im BH?
  • Wie lange dauert es, bis sich das Endergebnis einstellt?
  • Wie lang wird das Ergebnis anhalten und wovon ist es abhängig?
  • Zum Ablauf der Brustoperation:
  • Wie sollte ich mich auf die Brustoperation vorbereiten?
  • Wie ist der Ablauf der Brust-OP?
  • Wie lange muss ich nach der Brust-OP im Krankenhaus bleiben?
  • Zur Nachsorge:
  • Welche Risiken birgt diese Brustoperation?
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen?
  • Welche Narben bleiben zurück?
  • Zu den Kosten:
  • Welche Kosten habe ich zu erwarten?
  • Wie setzen sich die Kosten der Brustoperation zusammen?
  • Welche zusätzlichen Kosten können entstehen?
  • Kann ich die Brust-OP finanzieren?

Grundsätzlich gilt: Es gibt keine Brust-OP-Frage, die nicht erlaubt ist. Es ist wichtig, dass sich Patienten und Patientinnen beim chirurgischen Personal wohlfühlen, um jede Frage zur Brustoperation stellen zu können. Zahlreiche Kliniken bieten zudem die Möglichkeit eines zweiten Beratungsgesprächs vor der Brust-OP, falls später weitere Fragen aufkommen.

Brustoperation: Simulation des Ergebnisses

Um eine Vorstellung vom möglichen Ergebnis zu erhalten, bieten viele Kliniken innerhalb der Brust-OP-Beratung eine Simulation an. Dabei lässt sich absehen, ob Wunsch und Realität übereinstimmen. Anhand der Simulation kann die richtige Methode für die Brustoperation ausgewählt werden.

Es gibt folgende Möglichkeiten, das Ergebnis einer Brustoperation, z. B. einer Brustvergrößerung, im Beratungsgespräch zu simulieren:

  • Einlagen in einem Spezial-BH, um ein Gefühl für Größe und Gewicht zu bekommen
  • 3D-Simulation

Vorher-Nachher-Bilder von erfolgreichen Brustoperationen anderer Patientinnen können ebenfalls helfen, sich das mögliche Ergebnis sowie die jeweilige Narbenbildung vorzustellen.

Wahl der Klinik für eine Brustoperation

Entscheidend für den Erfolg einer Brustoperation ist die Wahl der passenden Klink für plastisch-ästhetische Chirurgie. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Qualifikationen und Erfahrungen der behandelnden Fachkräfte: Ratsam ist es, jemanden zu wählen, der über langjährige Erfahrung verfügt und sich stets weiterbildet. Nur wer den Titel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ vorweist, vormals „Facharzt für Plastische Chirurgie“, hat eine mindestens sechsjährige Ausbildung hinter sich.[5]
  • Ort der Klink: Liegt die Klink nahe dem Wohnort, ist es einfacher, für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen anzureisen.
  • Kosten der Brustoperation: Der günstigste Preis sollte nicht das entscheidende Kriterium sein. Vielmehr spielt der Umfang der enthaltenen Leistungen eine Rolle. Sind alle wichtigen Untersuchungen inkludiert sowie benötigte Materialien oder das Krankenhausbett?
  • Freier Termin: Dabei ist nicht nur das Datum der Brustoperation entscheidend, sondern auch, ob danach Zeit für ausreichend Urlaub gegeben ist. Denn nach einer Brust-OP gilt es, sich mehrere Tage bzw. Wochen auszuruhen. Bei ästhetisch-plastischen Eingriffen müssen Patientinnen ihren privaten Urlaub nutzen. Ein ärztliches Attest gibt es nicht.
  • Hygienestandard in der Klinik: Bei Brustoperationen sowie bei jeglichen anderen medizinischen Eingriffen ist die Hygiene von großer Bedeutung. Macht schon der Wartesaal oder der Behandlungsraum einen verunreinigten Eindruck, ist von der Klinik eher abzuraten.

Bei der Wahl einer passenden Klinik sind wir Ihnen gerne behilflich.

Brustoperation im Ausland: Was ist zu beachten?

Im Ausland gibt es ebenso wie in Deutschland ausgezeichnete chirurgische Fachkräfte. Allerdings liegt das Preisniveau in der Regel nicht sehr viel niedriger als im deutschsprachigen Raum. Soll dennoch eine Brustoperation im Ausland vorgenommen werden, gilt es, bei der Wahl der Klinik auf Folgendes zu achten:[6]

  • Ob die behandelnde Person tatsächlich in plastischer Chirurgie ausgebildet ist, lässt sich beispielsweise über die internationale Fachgesellschaft ISAPS feststellen.
  • Hat die jeweilige medizinische Fachkraft eine Haftpflichtversicherung?
  • Wie sind die Bedingungen? Da Operationssaal und Hygienestandards für Patientinnen kaum vorab zu überprüfen sind, lohnt es sich, nach Erfahrungsberichten zu suchen.
  • Wie verhält es sich mit der Nachsorge? Kann diese im Heimatland vorgenommen werden oder ist ein erneuter Besuch der ausländischen Klinik nötig?
  • Gibt es Personal, das die Muttersprache der Patientin beherrscht?
  • Woraus setzen sich die Kosten für die Brustoperation zusammen?

Erfolgt die Brustoperation aus Kostengründen im Ausland, gilt es, den Leistungsumfang genau zu prüfen. Interessierte sollten hier vor der Brust-OP diese Fragen für sich beantworten können:

  • Sind alle Medikamente, der postoperative Stütz-BH, Klinikgebühren und die Übernachtung nach dem Eingriff mit eingerechnet?
  • Sind die notwendigen Nachbehandlungen und Kontrollen im Preis enthalten?
  • Muss ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin mit Kenntnissen der medizinischen Fachsprache engagiert werden?

Zudem sind die An- und Abreise sowie eventuelle Vermittlungsgebühren bei der Nutzung einer Agentur einzurechnen.

Weitere Informationen zu Brustoperationen

Neben den herkömmlichen Brustoperationen wie der Brustvergrößerung gibt es weitere operative Korrekturen, z. B.:

Lesen Sie unsere Ratgeber, um mehr über die jeweilige Brust-OP zu erfahren. Für Beratungen stehen wir Ihnen gerne auch telefonisch zur Verfügung – kostenlos und unverbindlich!

Telefon: 0800 200 50 60

[1] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC): Statistik 2019: Trends der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-statistik-2019-trends-der-aesthetisch-plastischen-chirurgie/ (Stand: 17.05.2019).

[2] Eppner, A.: Wenn Männern Brüste wachsen. Münchner Merkur Nr. 155, S. 17 (https://www.klinikum.uni-muenchen.de/Hand-Plastische-und-Aesthetische-Chirurgie/download/de/Downloads/Gynaekomastie-08-07-2019.pdf), 08.07.2019.

[3] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. München: Springer Verlag, 2018.

[4] Wörle, B.; Sattler, G.: Ästhetische Chirurgie. 1. Aufl. S. 13 f. Stuttgart: Kohlhammer, 2007.

[5] Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) e.V.: Brustvergrößerung. https://www.dgpraec.de/wp-content/uploads/2019/02/190218_OnlinePDF_Brustvergroesserung.pdf (Stand: 12.02.2019).

[6] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC): Schönheitsoperation im Ausland? https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-schoenheitsoperation-im-ausland-das-sollte-gut-ueberlegt-sein/ (Stand: 23.01.2018).


Häufige Fragen

Muss ich vor einer Brust-OP ein Beratungsgespräch führen?
Ja, vor jeder Brustoperation ist ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin notwendig. Dabei entscheidet sich u. a., ob die Patientin die Voraussetzungen für die Brust-OP erfüllt, welche Operationsmethode geeignet ist und wie viel die Brust-OP kosten wird.
Was kostet das Beratungsgespräch für eine Brust-OP?
Das erste Beratungsgespräch für eine Brust-OP ist bei vielen Ärzten und Ärztinnen kostenlos. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es jedoch ratsam, vorab bei der Terminvereinbarung nachzufragen, ob Kosten für das Beratungsgespräch zur Brustoperation anfallen.
Wie läuft das Beratungsgespräch vor der Brust-OP ab?
In dem Beratungsgespräch vor einer Brustoperation klären Arzt bzw. Ärztin zunächst, aus welchem Grund die Patientin eine Brust-OP wünscht. Außerdem wird geprüft, ob sie die hierfür notwendigen Voraussetzungen erfüllt und welche Methoden möglich sind. Selbstverständlich können Patientinnen auch jede Frage zur Brustoperation stellen, die ihnen wichtig ist.
Welche Fragen sollte ich für das Brust-OP-Beratungsgespräch vorbereiten?
Patientinnen können Fragen zur gewünschten Brust-OP für das Beratungsgespräch vorbereiten. Dadurch stellen sie sicher, dass sie keine wichtigen Themen in der Aufregung vergessen. Die Fragen können z. B. die Operationsmethode und den -ablauf betreffen, die Nachsorge, die Kosten oder auch die Erfahrung des Arztes bzw. der Ärztin.