Brustverkleinerung: Risiken, Schmerzen und Komplikationen

Bei einer Brustverkleinerung handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren mit hoher Erfolgsquote. Doch wie jede Operation birgt eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) gewisse Risiken. Die ärztliche Fachkraft ist in der Pflicht, zu behandelnde Personen vorab über die möglichen Schmerzen und Komplikationen während und nach der Operation aufzuklären. Im folgenden Text erfahren Sie das Wichtigste über die Risiken einer Brustverkleinerung, wann die Schmerzen nachlassen sollten und wie häufig bei einer Brustverkleinerung Komplikationen auftreten.

Brustverkleinerung: Welche Risiken bestehen?

Brustverkleinerung OperationTrotz qualifizierter Fachkräfte und größter Sorgfalt kann es nach der Mammareduktion zu unerwünschten körperlichen Reaktionen und Folgeerkrankungen bei den Behandelten kommen. Dazu gehören z. B. Thrombose oder Lungenembolie aufgrund von Blutgerinnseln, allergische Reaktionen auf verwendete Materialien und problematische Narbenbildungen bis hin zur Narbenwucherung im Bereich der Brüste.

Chirurgische Fachkräfte betonen in erster Linie das Risiko einer eingeschränkten Stillfähigkeit infolge der Brustverkleinerung. Vor allem junge Frauen mit Kinderwunsch sollten daher Nutzen und medizinische Notwendigkeit sorgfältig gegen die möglichen Risiken abwägen.

Nach der Brustverkleinerung: Welche Komplikationen sind möglich?

Leichte Schmerzen, Blutergüsse (Hämatome) und Schwellungen sind nach einer Brustverkleinerung übliche körperliche Reaktionen, welche meist selbstständig abklingen und verheilen. Einige Komplikationen können allerdings einen zweiten Eingriff notwendig machen:

  • Nachblutung: Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff kann es zu Nachblutungen kommen. Diese entstehen durch die Öffnung eines während der Operation verödeten Blutgefäßes. Das Blut gelangt in die Wundhöhle und verursacht eine deutliche Schwellung an der Brust. Kommt die Blutung nicht selbstständig zum Stillstand, bedarf es einer erneuten Operation.
  • Serom: Dabei handelt es sich um die Ansammlung von Wundsekret in der Wundhöhle. Die Flüssigkeit wird in der Regel vom Körper selbstständig abgebaut. In seltenen Fällen kann es nötig sein, sie abzupunktieren.
  • Infektionen: Jeder chirurgische Eingriff birgt das Risiko einer Infektion. Sobald erste Symptome auftreten, sollte eine ärztliche Fachkraft konsultiert werden, um den Infekt zu behandeln und eine zweite Operation zu vermeiden.
  • Gefühlsstörungen: Bei der Mammareduktion werden feine Hautnerven in der Brust durchtrennt, wodurch es zu Taubheitsgefühlen im Bereich der Brustwarze (Papilla mammaria, auch Mammille genannt) kommen kann. Je größer das Reduktionsgewicht, desto höher ist das Risiko eines Gefühlsverlusts. In der Regel kehrt das Gefühl in der Mammille im Laufe des Heilungsprozesses wieder zurück, in Einzelfällen besteht allerdings die Möglichkeit einer dauerhaften Taubheit.
  • Asymmetrie: Während des postoperativen Heilungsprozesses kann es zu Veränderungen der betroffenen Haut- und Geweberegionen kommen. Damit können leichte Asymmetrien der Brustform einhergehen. Meist ist hier eine Korrektur durch einen erneuten Eingriff möglich.
  • Wundheilungsstörungen: In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass das Gewebe im Bereich der Brustwarzen aufgrund von Durchblutungsstörungen nicht vollständig verheilt. Dann bedarf es eines weiteren Eingriffs, bei dem das betroffene Gewebe durch körpereigene Haut zu ersetzen ist.

Statistik: Wie oft treten nach einer Brustverkleinerung Komplikationen auf?

Die Komplikationen infolge eines chirurgischen Eingriffes werden in unterschiedliche Schweregrade eingestuft:

Komplikationsgrad nach Clavien-Dindo-Klassifikation[1] Bedeutung
Grad 1 Jegliche Abweichung vom normalen postoperativen Verlauf ohne die Notwendigkeit einer medikamentösen Therapie bzw. chirurgischer, endoskopischer oder radiologischer Intervention
Grad 2 Komplikationen, die einer medikamentösen Therapie, Bluttransfusionen und parenteraler Ernährung bedürfen
Grad 3 Komplikationen, die einer chirurgischen, endoskopischen oder radiologischen Therapie bedürfen
    Grad 3A
Therapiebedarf in Lokalanästhesie
    Grad 3B
Therapiebedarf in Allgemeinanästhesie
Grad 4 Lebensbedrohliche Komplikation, die intensivmedizinische Behandlungen erfordern
    Grad 4A
Dysfunktion eines einzelnen Organs
    Grad 4B
Multiorganversagen
Grad 5 Tod der behandelten Person

 

Die Grazer Universitätsklinik für Chirurgie führte im Jahr 2017 eine Untersuchung zur Häufigkeit der auftretenden Komplikationen nach einer Brustverkleinerung durch[2]. 587 behandelte Personen wurden in die Studie mit einbezogen. Davon überstanden etwa 37 Prozent die Brustverkleinerung ohne Komplikationen, während rund 63 Prozent der Operationen Komplikationen in unterschiedlichen Graden nach sich zogen:

Komplikationsgrad Anteil der von Komplikationen Betroffenen
Grad 1 ca. 76 Prozent
Grad 2 ca. 16,5 Prozent
Grad 3A ca. 0,5 Prozent
Grad 3B ca. 7 Prozent

 

Es kam zu keinen lebensbedrohlichen oder tödlichen Komplikationen nach einer Brustverkleinerung.

Wie lange dauern die Schmerzen nach einer Brustverkleinerung an?

Nach der Brustverkleinerung verbleibt die operierte Person in der Regel ein bis drei Tage in der Klinik. In dieser Zeit können Wundschmerzen auftreten, welche jedoch mit herkömmlichen Medikamenten gut behandelbar sind.

Eine Drainage soll für einen ungehinderten Abfluss von Wundwasser sorgen. Das Entfernen der Drainagen wird von den behandelten Personen allerdings oft als unangenehm bis schmerzhaft beschrieben.

Die Schwellungen und Blutergüsse infolge der Brustverkleinerung können individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein und Schmerzen verursachen. Ein gänzliches Abklingen ist nach etwa zwei Monaten zu erwarten. Auch die Brustwarzen sind noch bis zu mehrere Monate nach der Brustverkleinerung überdurchschnittlich sensibel.

Wie lange bin ich nach einer Brustverkleinerung krankgeschrieben?

Nach dem Klinikaufenthalt wird den behandelten Personen noch für einige Wochen empfohlen, körperliche Anstrengung zu vermeiden. Daher erfolgt die Krankschreibung der Betroffenen üblicherweise für bis zu drei Wochen. Je nach Heilungsverlauf kann die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit für weitere drei Wochen notwendig sein.

Wie merke ich innere Entzündungen nach einer Brustverkleinerung?

Eine innere Entzündung nach einer Brustverkleinerung macht sich in der Regel durch überwärmte und gerötete Haut im Brustbereich bemerkbar. Die medizinische Bezeichnung dafür lautet Mastalgie oder auch Mastodynie. Der entzündete Sektor ist schmerzhaft und weist beim Abtasten eine geschwulstähnliche Verhärtung auf. Weitere mögliche Symptome sind:

  • Fieber
  • angeschwollene Lymphknoten auf der erkrankten Seite
  • eingezogene oder verzogene Brustwarzen
  • eitrige Einschmelzung (Abszess)

Wenn Sie weitere Informationen über mögliche Risiken und Komplikationen einer Brustvergrößerung haben möchten, rufen Sie uns einfach an. Wir beraten Sie diskret, kostenlos und unverbindlich.

Telefon: 0800 200 50 60

 
[1] Dindo, D.; Demartines, N.; Clavien, P.A.: Classification of surgical complications, 2004.

[2] Haug, I.: Mammareduktionsplastik: Eine retrospektive Analyse der Komplikationen und Risikofaktoren. Medizinische Universität Graz, 2017.


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