Bruststraffung: Methoden und Schnitte

Eine Bruststraffung (Mastopexie) wird meist bei Formen der sogenannten Hängebrust (Ptosis mammae) angewandt. Es gibt verschiedene Ursachen für hängende, schlaffe Brüste, z. B. Schwangerschaften, starke Gewichtsschwankungen, Hormonschwankungen und erblich bedingte Bindegewebsschwächen. Für eine Bruststraffung muss die behandelnde ärztliche Fachkraft einen oder mehrere Einschnitte in die Haut durchführen. Ebenso wie bei der Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) sind hier unterschiedliche Schnitttechniken möglich. Während bei Patientinnen mit leicht hängender Brust ein Areal oberhalb des Brustwarzenkomplexes (Nippel-Areola-Komplex) angehoben und fixiert wird, ist bei Patientinnen mit stark hängender Brust ein umfangreicheres Vorgehen notwendig.[1] Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu den drei häufigsten Schnittführungen bei einer Bruststraffung.

Bruststraffung u. Brustverkleinerung

Methoden der Bruststraffung

Grundsätzlich kann der Eingriff einer Bruststraffung auf drei verschiedene Arten erfolgen:

  • Einfache Bruststraffung: Bei der einfachen Straffung wird der Hautüberschuss im unteren Bereich der Brust entfernt, der Warzenvorhof verkleinert und die Brustwarze etwas nach oben versetzt. Dank verschiedener Schnitttechniken wird ein erneutes Hängen der Brust verhindert.

 

  • Bruststraffung mit Verkleinerung: Dieser Eingriff ist für Patientinnen interessant, welche ihre Brust nicht nur als hängend, sondern auch als zu groß empfinden. Hier wird die Straffung mit einer Teilentfernung des Drüsengewebes kombiniert.

 

  • Bruststraffung mit Implantatfüllung: Eine gestraffte Brust sieht nach dem Eingriff meist optisch kleiner aus, obwohl bei der herkömmlichen Mastopexie kein Drüsengewebe entfernt wird. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, entscheiden sich einige Patientinnen für eine gleichzeitige Brustvergrößerung mit Implantaten. Da es sich hierbei um einen umfangreichen Eingriff handelt, wird er oft in zwei Schritten durchgeführt: Zunächst wird die herkömmliche Bruststraffung vorgenommen. Die Brustvergrößerung erfolgt erst sechs Monate später. Denn in den ersten sechs Monaten nach der Bruststraffung kommt es i. d. R. zu einem leichten Absinken der Brust.

 

Achtung: Üblicherweise kommt es bei der zuerst durchgeführten Bruststraffung zum Versetzen der Brustwarzen sowie zum Entfernen von überschüssiger Haut. Soll die Straffung ohne diesen Vorgang ausschließlich durch das Einsetzen von Implantaten erfolgen, kann dies nur bei leicht hängenden Brüsten oder mit sehr großen Implantaten erreicht werden.[2]

Schnitttechniken der Bruststraffung

Welche OP-Methode sich am besten für die Bruststraffung eignet, hängt stark vom Ausgangszustand der Brust sowie dem gewünschten Ergebnis ab. In einem ausführlichen Beratungsgespräch wird die passende Schnitttechnik ermittelt, um die Vorstellungen der Patientin umzusetzen. Primäres Ziel ist es, dass möglichst wenige Narben im Anschluss sichtbar sind und die Brust gleichzeitig eine natürliche Form erhält. Insgesamt existieren für die Mastopexie über zwanzig verschiedene Schnitttechniken.

Die folgenden drei Methoden werden am häufigsten angewandt, da sie die Stillfähigkeit und Sensibilität der Brust kaum bis gar nicht beeinträchtigen:

  • Periareolärer Schnitt (nach Benelli [3])
  • Lejour-Technik
  • T- und L-Schnitt 

Bei diesen Techniken führt der Chirurg bzw. die Chirurgin grundsätzlich diese Schnitte aus:

  • ein kreisförmiger Schnitt um die Brustwarze
  • ein vertikaler Schnitt unterhalb der Brustwarze
  • ein weiterer Schnitt in der Brustumschlagsfalte

Nähere Informationen zum operativen Vorgehen erfahren Sie im Folgenden.

Periareolärer Schnitt (nach Benelli)

Die periareoläre Schnitttechnik ist nach dem Chirurgen Benelli benannt und basiert auf einem zirkulären Schnitt um die Brustwarze herum. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn nur ein geringer Unterschied bei der Erschlaffung und dem Brustwarzendurchmesser zwischen beiden Brüsten besteht.

Vorgehen: Der Patientin wird unter Vollnarkose ein variabel breiter, kreisrunder Hautstreifen um die Brustwarze herum entfernt. So wird eine Hautstraffung ohne Volumenreduktion erzielt. Anschließend wird die Haut mit einem resorbierbaren Faden verschlossen.

Vorteil: Die zurückbleibenden Narben sind nach der Bruststraffung kaum sichtbar.

Lejour-Technik

Bruststraffung

 

 

 

 

 

 

 

Die Lejour-Schnitttechnik ermöglicht relativ umfangreiche Bruststraffungen mit geringer Narbenbildung. Das Verfahren basiert auf einem zirkulären Schnitt um die Brustwarze. Anschließend wird er unter dem Warzenhof vertikal nach unten verlängert. Aufgrund der Schnittform spricht man hier auch von einem I-Schnitt oder Pilzschnitt.

Vorgehen: Bei dem Verfahren ist es möglich, überschüssige Haut zu entfernen, die sich unterhalb der Brustwarze befindet. Im Idealfall wird jedoch so wenig Gewebe wie möglich entfernt. Nach dem Schnitt wird die Haut über den neu geformten Drüsenkörper gestrafft und mit einer speziellen Naht gerafft.

Vorteil: Durch diese Nahttechnik entsteht eine gekräuselte Narbenstruktur, welche sich dank der natürlichen Hautschrumpfung (Retraktion) im Laufe der Zeit selbstständig glättet.

T- und L-Schnitt

Die T- und L-Schnitttechniken unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Beide basieren auf der Lejour-Methode, jedoch wird der senkrechte Schnitt in der Brustumschlagsfalte weitergeführt.

Vorgehen: Bei der T-Schnittführung wird der horizontale Hautschnitt in beide Richtungen durchgeführt, sodass der Schnitt die Form eines umgedrehten T hat.  Bei der Bruststraffung mit L-Schnitttechnik wird der horizontale Einschnitt in der Brustumschlagsfalte nur einseitig ausgeführt, die Form erinnert an ein L.  Bei Bedarf finden Drüsenkörperformungsnähte Anwendung. Auch die anschließende Narbe sieht der angewandten Schnittform T oder L ähnlich.

Vorteil: Beide Schnitttechniken erlauben umfangreiche Brustkorrekturen. Sie sind daher besonders gut geeignet, um große Brüste mit starker Brusterschlaffung zu korrigieren.

Die 3 häufigsten Schnitttechniken bei Bruststraffung: alle Vor- und Nachteile im Überblick

In der folgenden Tabelle sehen Sie alle Vor- und Nachteile der gängigen Schnitttechniken auf einen Blick:

Schnitttechnik bei Bruststraffung Vorteile Nachteile
Periareolärer Schnitt
  • schonende Methode
  • kaum sichtbare zurückbleibende Narben
  • nur für geringfügige Bruststraffungen geeignet
  • unbefriedigende Ergebnisse bei größeren Brüsten mit stärkerem Korrekturbedarf möglich[4]
Lejour-Technik
  • selbstständige Glättung der gekräuselten Naht
  • auch geeignet für Brüste, bei denen ein größerer Hautüberschuss zu entfernen ist bzw. ein größeres Volumen erzielt werden soll[5]
  • evtl. notwendige Nachkorrektur (je nach Narbenheilung und Wundpflege)
T- und L-Schnitt
  • umfangreiche Brustkorrektur möglich
  • geeignet für große Brüste mit starker Brusterschlaffung
  • evtl. notwendige Nachkorrektur (je nach Narbenheilung und Wundpflege)[6]

 

Sie haben Fragen zu den Schnitttechniken und Methoden einer Bruststraffung oder möchten sich allgemein informieren? Dann rufen Sie uns gerne unter 0800 200 50 60 an – wir beraten Sie kostenlos, diskret und unverbindlich!

[1] Kaufmann, M.; Jatoi, I.; Petit, J. Y.: Atlas der Brustchirurgie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2008.
[2] Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC): https://www.dgaepc.de/wp-content/uploads/2015/04/Bruststraffung.pdf (Stand 2015).
[3] Berger, A.; Hierner, R.: Plastische Chirurgie: Mamma, Stamm, Genitale. Berlin: Springer, 2007.
[4] Jandali, Z.; Lucian, J.: Wiederherstellungsoperationen nach Brustkrebs. Berlin: Springer, 2020.
[5] Dr. Fatemi, A.: Die gefragtesten Schönheitsoperationen. München: dotbooks, 2013.
[6] Liehn, M.; Steinmüller, L.; Rüdiger, D.: OP-Handbuch: Grundlagen, Instrumentarium, OP-Ablauf. Berlin: Springer, 2016.


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