Brustvergrößerung – Behandlung, Kosten und Methoden

Bei einer Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) handelt es sich um ein Teilgebiet der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie. Diese Art von Operation wird bereits seit vielen Jahrzehnten durchgeführt und gehört in Deutschland zu den häufigsten Eingriffen im Bereich der plastischen Chirurgie. Meist erfolgt die Entscheidung dazu aus ästhetischen Gründen oder im Rahmen einer medizinisch indizierten Rekonstruktion, beispielsweise nach einem Unfall oder einer Amputation.

Details zur Brustvergrößerung

Brustvergrößerungmit Implantatenmit Eigenfett
Kosten und Preise3.000 bis 7.000 Euro3.200 bis 7.200 Euro
Dauer der OP60 bis 90 Minuten60 bis 120 Minuten
Schmerzen nach OPMittelgradigGering
GesellschaftsfähigNach 1 bis 2 WochenNach 1 bis 2 Wochen
Haltbarkeit20 Jahre und längerIndividuell
NarbenbildungKaum sichtbarNicht sichtbar

Fakten zur Brustvergrößerung

Ende des 19. Jahrhunderts hat der Chirurg Vincenz Czerny erstmalig eine Brustvergrößerung durchgeführt. Der Brustaufbau erfolgte mit körpereigenem Fett nach einer Brustkrebserkran­kung der Patientin. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in den USA zum ersten Mal Silikonimplantate verwendet. Heute werden in Deutschland jährlich über 50.000 Brust-vergrößerungen durchgeführt (2015, Quelle: statista.com), internationaler Spitzenreiter sind weiterhin die USA mit 310.000 Operationen. Angeboten werden meist Implantate mit einem Volumen zwischen 80 ml und 600 ml, dabei liegt das durchschnittliche Volumen in Deutschland bei 300 ml (Quelle: dgaepc.de). Das entspricht in etwa einer Vergrößerung der Brust um zwei Körbchengrößen.

In Europa durchlaufen medizinische Produkte wie Brustimplantate ein Zulassungsverfahren, bevor sie auf den Markt kommen. Gleiches gilt für Implantate aus den USA. Um die Qualität bereits eingesetzter Implantate langfristig beobachten zu können, ist in Deutschland die Einführung eines zentralen Implantatregisters geplant.[1] Das Implantatregister soll nicht nur der Qualitätssicherung dienen. Auch Mängel und Risiken für Patientinnen ließen sich dadurch besser vermeiden.

Brustvergrößerung: Kosten und Preise

Brustvergrößerung

Die Kosten einer Brustvergrößerung sind abhängig von der Operationsmethode, der gewünschten Größe des Implantats und der Wahl der Klinik. Sie liegen gewöhnlich zwischen 3.500 und 6.000 Euro, können in Kombination mit einer Bruststraffung allerdings auch höher ausfallen. Die Kosten für Brustvergrößerungen decken im Wesentlichen folgende Punkte ab:

 

  • Beratungsgespräch und Voruntersuchung
  • Operation inklusive OP-Saal, Narkose, Implantate
  • Klinikaufenthalt
  • Spezial-BH für die Heilungsphase
  • Nachsorge mit mindestens zwei Terminen

Für einen besseren Vergleich der Kosten ist es sinnvoll, Angebote von mehreren Chirurgen einzuholen und darauf zu achten, dass sie identisch sind.

Kostenübernahme bei Brustvergrößerung

Krankenkassen übernehmen die Kosten, solange die Brustvergrößerung medizinisch notwendig ist – Brustvergrößerungen aus rein ästhetischen Gründen kommen dafür also nicht infrage. Dabei sollten Patientinnen bereits vor der Brustoperation einen Antrag auf Kostenübernahme an ihre Krankenkasse stellen, um sicherzugehen, dass die Behandlung bezahlt wird. Grundsätzlich ist es möglich, nach einer erfolgten Brustvergrößerung die Kosten von der Versicherung einzufordern. Allerdings könnte in dem Fall die Krankenkasse die Zahlung verweigern und es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung hinauslaufen lassen.

Worauf sollte bei der Klinikwahl Wert gelegt werden?

Neben den Kosten ist vor allem die Erfahrung des Fachpersonals von großer Bedeutung. Durch Onlinebewertungen sowie Erfahrungsberichte können sich Patientinnen ein gutes Bild der behandelnden Klinik machen. Allerdings sollte der persönliche Eindruck nicht unterschätzt werden, weswegen ein Vorgespräch nach einer ersten Auswahl empfehlenswert ist. Neben der Erfahrung sind die hygienischen Bedingungen sowie die Qualität der technischen Geräte und verwendeten Materialien elementar für eine erfolgreiche Behandlung. Deswegen sollte der Preis erst nachrangig eine Rolle spielen.

Voraussetzungen für eine Brustvergrößerung

Ob eine Frau für eine Brustvergrößerung geeignet ist, hängt von der Anatomie der Brust sowie ihrer allgemeinen körperlichen und psychischen Verfassung ab. Die tatsächliche Eignung zur Brustvergrößerung bzw. zur Brustvergrößerung mit Eigenfett stellt der Arzt in der Voruntersuchung fest. Dabei werden die Beschaffenheit der Haut und des Brustgewebes überprüft und eventuelle Vorerkrankungen besprochen. Auch Schwangerschaft und Stillzeit können die Eignung für eine Brustvergrößerung beeinflussen. Hier erfahren Sie, welche grundlegenden Voraussetzungen für die Operation erfüllt sein müssen.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine Brustvergrößerung ist das Mindestalter. In Deutschland müssen Patientinnen, die sich einer plastischen Schönheitsoperation unterziehen möchten, mindestens 18 Jahre alt sein. Dies gilt insbesondere für Operationen ohne medizinische Notwendigkeit. Grundsätzlich wird zwischen körperlichen und psychischen Voraussetzungen unterschieden.

Körperliche Voraussetzungen

Folgende Punkte können Ausschlusskriterien einer Brustvergrößerung darstellen:

  • Unter 18 Jahren (nur unter bestimmten Umständen möglich)
  • Zwischen 18 und 22 Jahren (unter Vorbehalt der ärztlichen Fachkräfte)
  • Schwangerschaft
  • Schwere Krankheiten (z. B. Autoimmunerkrankungen)
  • Infektionen
  • Unklare Brustbefunde
  • Allergien oder erhöhte Sensibilität gegenüber verwendeten Materialien
  • Blutgerinnungsstörungen (nur nach Absprache mit Ärzten unter Umständen möglich)

Nehmen potenzielle Patientinnen Blutverdünner ein, müssen diese nach Absprache mit der behandelnden Fachkraft mindestens 14 Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden.

Auch darf der Größenunterschied zwischen dem aktuellen und dem gewünschten Brustumfang nicht zu hoch sein, da das Bindegewebe ansonsten zu stark strapaziert wird.

Psychische Voraussetzungen

In einem ersten Beratungsgespräch werden neben den körperlichen auch die psychischen Voraussetzungen geprüft. Eine potenzielle Patientin muss hierbei ihre Gründe für die Brustvergrößerung erläutern und aus eigenem Wunsch an diesem Eingriff interessiert sein. Zudem sollen Risiken, mögliche Komplikationen sowie das Resultat realistisch eingeschätzt werden können.

Ab welchem Alter eignet sich die Brustvergrößerung?

Auch das Alter einer Frau kann Auswirkungen auf die Eignung für eine Brustvergrößerung haben. In der Regel gilt ein Mindestalter von 18 Jahren, in Ausnahmen kann auch bei jüngeren Patientinnen mit Einwilligung der Eltern operiert werden. Darüber hinaus gibt es kaum Einschränkungen. Ab dem 40. Lebensjahr sollte vor der Operation auf Anzeichen für Brustkrebs untersucht werden – so kann die Eignung für eine Brustvergrößerung auch bei älteren Patientinnen sichergestellt werden.

Mindestalter bei Brustvergrößerung

Unter 18 Jahren wird eine Brustvergrößerung nur in Ausnahmefällen und mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten durchgeführt. Folgende Gründe können für eine Behandlung von Minderjährigen infrage kommen:

  • Mammaaplasie (Nichtanlage von Brustgewebe)
  • Mammahypoplasie (Unterentwicklung des Brustgewebes)
  • Tubuläre Brust (die unteren Bereiche der Brust sind nicht vollständig entwickelt)

Auch bei Frauen zwischen 18 und 22 Jahren sollte seitens der medizinischen Fachkraft genau überprüft werden, welche Gründe für die Operation genannt werden und ob die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind. Zudem ist bei den meisten Frauen die Brust erst nach dem 20. Lebensjahr ausgewachsen.

Wie lange wächst die weibliche Brust?

Die Brustentwicklung beginnt meist vor oder in der Pubertät durch den Anstieg des Östrogen-Spiegels. Der Beginn der Entwicklung der weiblichen Brust wird als Thelarche bezeichnet und liegt zwischen dem achten und neunten Lebensjahr. Insgesamt durchläuft die weibliche Brust bei ihrer Entwicklung fünf Stadien:

  1. Flache Brust, leicht erhabene Brustwarze
  2. Fettgewebe und Milchdrüsen werden gebildet
  3. Dunkelfärbung der Brustwarze
  4. Weiteres Wachstum der Brust und Erhebung des Warzenhofes
  5. Weiteres Wachstum der Brust und (meist) Absenken des Warzenhofes

Das tatsächliche Wachstum der Brust beginnt meist um das elfte Lebensjahr und endet mit dem 15. Lebensjahr. Bei manchen Frauen dauert der Vorgang bis zum 20. Lebensjahr. Ältere weibliche Jugendliche und junge Frauen bis Anfang 20 leiden oft darunter, wenn sie wegen fehlendem Wachstum keine Brust haben oder die Brust vergleichsweise klein ist. Dabei ist zu beachten, dass die Form und Größe der Brust weitgehend genetisch bedingt ist, darüber hinaus spielt auch der Körperfettanteil eine wichtige Rolle.

Brustvergrößerung bei Schwangerschaft und Stillzeit

Brustvergrößerung

Gewöhnlich wächst während der Schwangerschaft und besonders in der Stillzeit das Volumen der Brust. Grund dafür ist das Drüsengewebe der Brust, in dem Milch produziert wird. Häufig stellen Frauen nach dem Abstillen fest, dass die Brüste kleiner werden, die Haut sich aber nicht im selben Maße zurückbildet. Dann kommt es zu sog. Hängebrüsten, die aus Sicht vieler Frauen unästhetisch sind. Von einer Brustvergrößerung in der Schwangerschaft und Stillzeit wird abgeraten. Weil die Brustvergrößerung unter Vollnarkose durchgeführt wird, kann die Gesundheit des Kindes beeinträchtigt werden. Außerdem wächst die Brust bereits während der Schwangerschaft, wodurch sich die natürliche Anatomie verändert.

Auch kurz nach der Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf eine Operation verzichtet werden. Die Milchdrüsen benötigen mindestens sechs Monate, bis sie sich auf den Zustand vor der Schwangerschaft zurückgebildet haben. Erst dann sollte die Behandlung durchgeführt werden. Eine Brustvergrößerung während Schwangerschaft und Stillzeit kann sonst dazu führen, dass die Frau mit dem Resultat unzufrieden ist.

Keine Brust nach Abstillen und Schwangerschaft

Nicht wenige Frauen stellen nach einer Schwangerschaft oder nach dem Abstillen fest, dass sie keine Brust oder nur noch eine sehr kleine Brust haben. In diesen Fällen war die Brust während der Schwangerschaft und Stillzeit meist deutlich größer, weshalb die Haut bereits vorgedehnt ist. Bei diesen Patientinnen sind auch größere Implantate möglich, ohne dass die Brust künstlich oder aufgesetzt aussieht. Im Beratungsgespräch und in der Voruntersuchung kann ein Arzt genau einschätzen, welche Größe realistisch ist und wo das Implantat eingesetzt werden sollte, damit das gewünschte Ergebnis erreicht wird.

Methoden der Brustvergrößerung

Bei einer Brustvergrößerung wird entweder ein Implantat eingesetzt oder Eigenfett in die Brust eingespritzt. Diese beiden Methoden werden im Folgenden genauer erläutert.

Brustvergrößerung mit Eigenfett

Ein großer Vorteil der Brustoperation mit Eigenfett ist die Verwendung von körpereigenem Biomaterial. Dadurch ist die Kapselfibrose (Kapselverhärtung) als wesentliches Risiko einer OP mit Implantaten nahezu ausgeschlossen, da kein Fremdkörper in die Brust eingesetzt wird. Zudem sinkt das Risiko für Infektionen. Viele empfinden das Resultat als natürlicher. Jedoch kann höchstens eine halbe bis ganze Körbchengröße damit aufgebaut werden, die sich zudem innerhalb einiger Jahre wieder abbauen kann.

Brustvergrößerung: Eignung für Eigenfett

Für die Eignung einer Brustvergrößerung mit Eigenfett gibt es zwei wichtige Voraussetzungen: Die gewünschte Vergrößerung der Brust sollte eine halbe bis maximal eine Körbchengröße betragen. Außerdem müssen ausreichend Fettpolster an anderen Körperstellen vorhanden sein, aus denen Fettgewebe entnommen werden kann. Meist kommen dafür die Oberschenkel, die Hüfte oder der Bauch in Betracht. Eine Brustvergrößerung mit Eigenfett eignet sich auch für Patientinnen, die lediglich eine geringe Auffüllung wünschen, um eine Asymmetrie auszugleichen. Für Frauen mit dem Wunsch nach einer deutlicheren Brustvergrößerung eignen sich Implantate aus Silikon. Letztlich wird die Patientin gemeinsam mit dem Operateur in der Voruntersuchung feststellen, ob eine Brustvergrößerung mit Eigenfett oder Implantaten durchgeführt ist.

Vergrößerung mit Eigenfett bei kleinen Brüsten

Bei einer kleinen und straffen Brust bietet sich die Vergrößerung mit Eigenfett an. Dabei ist wichtig, dass die Patientin die anatomischen Voraussetzungen erfüllt, also an anderen Körperstellen über Fettareale verfügt, die entfernt werden können. Der Vorgang ist wie bei einer normalen Fettabsaugung, allerdings wird das Material anschließend aufbereitet, damit es mit Spritzen in die Brust injiziert werden kann. Bei dieser Methode ist zu beachten, dass maximal eine halbe bis eine ganze Körbchengröße hinzugefügt werden kann. Wenn die Frau keine Brust hat, kann dieser Zuwachs für den Anfang bereits genügen. Nach sechs Monaten lässt sich der Vorgang wiederholen, sodass langfristig eine deutliche Brustvergrößerung erreicht werden kann. Die Kosten der Behandlung liegen zwischen 4.000 und 7.500 Euro.

Brustvergrößerung mit Implantaten

Implantate für eine Brustvergrößerung umfassen ein Volumen von 80 ml bis 600 ml und bestehen meist aus Silikonelastomeren oder Micropolyurethanschaum. Beim Material wird viel Wert auf Sicherheit und Haptik gelegt, weswegen die Oberfläche häufig leicht angeraut wird. Dies mindert das Risiko für eine Kapselverhärtung. Wird das Implantat unter den Muskel gesetzt, ist eine Kapselfibrose auch bei glattwandigen Modellen unwahrscheinlich. Als Füllmaterial werden Silikongel oder eine Kochsalzlösung verwendet.

Vergrößerung mit Implantaten bei kleinen Brüsten

Wenn die Patientin wenig oder keine Brust hat und über eine Vergrößerung nachdenkt, kommen Implantate infrage. Die meisten Operateure raten zu kleineren Implantaten. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass das Bindegewebe der Haut reißen kann und die Brust nach der Operation künstlich und aufgesetzt wird. Abhängig von der Beschaffenheit der Brust, der Größe und Form des Implantats und den Erwartungen der Patientin wird das Implantat vor oder hinter den Brustmuskel gesetzt. Einzelheiten dazu werden in der Voruntersuchung besprochen, nachdem der Chirurg sich die Brust genau angeschaut hat. Gemeinsam mit der Patientin wird dann auch entschieden, über welchen Zugang das Implantat eingeführt werden soll. Klassisch stehen die Zugänge in der Unterbrustfalte, in der Achselhöhle oder unterhalb der Brustwarze zur Auswahl. Die Kosten der Behandlung liegen je nach Wahl des Arztes und den Wünschen der Patientin zwischen 3.500 und 7.000 Euro.

Brustvergrößerung mit Implantat: Silikon oder Kochsalzlösung?

Die Füllung der Implantate bei einer Brustvergrößerung besteht entweder aus Silikon oder aus einer Kochsalzlösung. Silikon wird mittlerweile standardmäßig eingesetzt, da es aufgrund moderner Technik sehr sicher geworden ist und nicht mehr so leicht ausläuft. Die Silikonkissen ermöglichen eine fast natürliche Haptik der Brust und kommen in den verschiedensten Varianten in Bezug auf Form, Volumen und Oberfläche daher.

Besonders in den USA gelten Implantate mit einer Füllung aus Kochsalzlösung als beliebte Alternative. Da das Material vom Körper abgebaut werden kann, ist es auch im Falle des Auslaufens sicher. Ein besonderer Vorteil ist die Möglichkeit, diese Implantate leer in die Brust einsetzen zu können und sie im Anschluss bis zum gewünschten Volumen zu füllen. Dies hinterlässt lediglich kleine Narben. Allerdings kann das Implantat nach einigen Jahren erschlaffen.

Keine Brust – Welche Operation ist möglich?

Brustvergrößerung

Häufig ist eine Brustvergrößerung mit Implantaten oder Eigenfett die einzige Möglichkeit, wenn keine Brust vorhanden ist und die Frau sich einen weiblichen Busen wünscht.

Gerade bei sehr kleinen und straffen Brüsten ist eine deutliche Vergrößerung kaum möglich. Entscheidet sich die Patientin für eine Vergrößerung mit Implantaten, muss die Haut in einem ersten Schritt zunächst gedehnt werden. Dies kann mit kleineren Implantaten geschehen, die nach sechs Monaten gegen größere Silikonkissen ausgetauscht werden. Wird die Haut der Brust zu stark gedehnt, kann es sonst zu dauerhaften Rissen im Bindegewebe kommen.

Bevor die Entscheidung für eine Behandlung fällt, ist ein Beratungsgespräch mit einem plastisch-ästhetischen Chirurgen notwendig, der über die zur Verfügung stehenden Methoden und die Kosten informiert. Besonderen Wert muss im Gespräch auch auf die Risiken und das zu erwartende Ergebnis gelegt werden. Unbedingt muss verhindert werden, dass die Patientin mit Erwartungen in die Behandlung geht, die nicht erfüllt werden können. Eine 3-D-Simulation vor der Operation kann sehr hilfreich sein, um sich das Ergebnis besser vorstellen zu können.

3-D-Simulation bei Brustvergrößerung

Um sich das Ergebnis einer Brustvergrößerung besser vorstellen zu können, bieten viele Kliniken inzwischen eine 3-D-Simulation an. Mithilfe von 3-D-Kameras wird zunächst der Oberkörper gescannt, anschließend wird die gewünschte Brustform und -größe in der Software angepasst und visualisiert.

Ergebnis der 3-D-Simulation einer Brustvergrößerung

Der Operateur bestimmt auf Basis der 3-D-Simulation gemeinsam mit der Patientin die Größe, Form und Lage des Implantats. Dabei können besondere Wünsche geäußert werden und der Arzt oder die Ärztin stellen bildlich dar, welche Ziele chirurgisch umgesetzt werden können.

Operation und Ablauf der Behandlung

Der chirurgische Eingriff bei einer Brustvergrößerung dauert etwa eine bis zwei Stunden. Da dieser unter Vollnarkose stattfindet, wird in der Regel eine Übernachtung in der stationären Station empfohlen. Einer ambulanten Behandlung kann nur stattgegeben werden, wenn die Betreuung in den ersten Tagen nach der Operation gewährleistet ist.

Vorbereitung auf die Operation

Um Gewebeveränderungen an der Brust ausschließen zu können, wird vor der Operation eine Mammografie sowie eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Zudem sollen Patienteninnen ab drei Wochen vor der Behandlung auf Alkohol, Nikotin und Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, verzichten. Auch hier empfiehlt sich die Absprache mit der behandelnden Fachkraft.

Position des Implantats zur Brustvergrößerung

Je nach körperlichen Voraussetzungen wird das Implantat entweder vor oder hinter den Brustmuskel platziert. Wird es dahinter gesetzt, hat es den Vorteil, dass der obere Rand des Implantats besser verdeckt wird. Bei einer leicht hängenden Brust empfiehlt sich dagegen die Platzierung vor dem Brustmuskel.

Bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett wird das Material unter die Haut injiziert. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der dauerhaft verbleibende Anteil nicht genau vorhersehbar ist und bei nur etwa 50 Prozent liegt.

Schnitttechniken bei der Brustvergrößerung

Bei einer Brustvergrößerung gibt es im Wesentlichen drei Schnittführungen:

  • Schnitt in die Achselhöhle
  • Schnitt in die Brustumschlagfalte
  • Schnitt in den Brustwarzenvorhof

Brustvergrößerung - Schnitttechniken

Bei der Wahl der Schnittführung spielen neben dem persönlichen Wunsch folgende Faktoren eine Rolle:

  • Soll das Implantat unter oder über dem Muskel platziert werden?
  • Wird mit der Brustvergrößerung eine Straffung durchgeführt?
  • Bevorzugt der Operateur eine bestimmte Schnittführung?

In der ausführlichen Voruntersuchung werden die jeweiligen Vor- und Nachteile besprochen und vom Operierenden erläutert. Darauf basierend wird eine gemeinsame Wahl getroffen.

Schnitt in der Brustumschlagfalte

Der Schnitt in die Brustumschlagsfalte ist am geläufigsten, da die entstehende Narbe gut unter der Brust verborgen ist. Zudem ist die Platzierung unter dem großen Brustmuskel sehr einfach. Allerdings kann es in den ersten Wochen nach der Operation infolge des Tragens eines BHs zu Irritationen an der Narbe kommen.

Schnitt in die Achselhöhle

Bei dieser Schnittmethode bleibt die Brust äußerlich unversehrt, allerdings entstehen die Narben in der Achselhöhle. Zudem kann es bei dieser Schnittführung zu Komplikationen kommen, wenn die Muskelfasern im Achselbereich, die im unteren Brustbeinbereich ansetzen, nicht richtig gelöst werden. Dies erfordert häufig weitere Nachbehandlungen.

Schnitt in den Brustwarzenvorhof

Eine seltene Methode für das Einbringen von Implantaten ist ein Schnitt in den Rand des Brustwarzenvorhofs. Meist besteht hierbei die Befürchtung, dass die Narbe sichtbar ist oder Gefühlsstörungen auftreten.

Brustvergrößerung mit Minimal Touch

Bei der Minimal-Touch-Technik im Rahmen einer Brustvergrößerung handelt es sich um ein Operationsverfahren, bei dem die chirurgische Fachkraft möglichst wenig mit der offenen Wunde in Berührung kommt.  Die Tasche für das Implantat wird ausschließlich mit Instrumenten präpariert. Zu keinem Zeitpunkt erfolgt ein Griff in die Tasche, die sogenannte Loge.

Vorteile von Minimal Touch bei Brustvergrößerungen

Da selbst bei einem sterilen und hygienischen Operationssaal winzige Kompressenreste oder andere Materialien in die Tasche gelangen können, besteht immer das Risiko einer Kapselfibrose. Dabei bildet sich eine Gewebehülle um einen Fremdkörper, die unter Umständen erhärten kann und dadurch die Brust verformt. Unter Umständen ist in dem Fall ein neuer Eingriff erforderlich, um die Kapsel zu entfernen. Mit Minimal Touch soll dieses Risiko deutlich gesenkt werden.

So funktioniert Minimal Touch bei Brustvergrößerung

Bei Minimal Touch wird die zu behandelnde Stelle zunächst lokal anästhesiert. Anschließend wird der Schnitt gesetzt und das Implantat eingeführt. Dabei werden ausschließlich medizinische Instrumente genutzt, Hände oder Finger berühren die offenen Wunden oder das Implantat gar nicht.

Dadurch wird sichergestellt, dass Erreger und kleinste Materialrückstände nicht in die Tasche gelangen. Nachdem das Implantat eingesetzt wurde, wird die Haut vernäht und die Wunde geschlossen.

Risiken und Probleme bei Brustvergrößerungen

Wie bei jedem operativen Eingriff können auch bei einer Brustvergrößerung Komplikationen auftreten. Die häufigsten Risiken sind dabei Verkapselungen, Infektionen und Probleme bei der Wundheilung. Kapselfibrosen, also Verkapselungen und Verhärtungen treten lediglich bei 5 Prozent der Patientinnen aufgrund eines Implantats auf. Dank technologischer Neuerungen sinkt dieses Risiko jedoch stark.

Durch schlechte Hygiene oder unzureichende Implantate können Infektionen entstehen, die Schmerzen, Fieber und Kreislaufprobleme mitbringen. Deswegen lohnt es sich, bereits beim Vorgespräch auf die Seriosität und die Hygiene der Klinik zu achten. Weiterhin kann das Implantat beispielsweise bei Unfällen reißen oder platzen. Allerdings sind modernere Varianten weitestgehend auslaufsicher.

Heilung und Schmerzen nach der OP

Da nach einer Brustvergrößerung in den ersten Tagen teils große Schmerzen auftreten, werden zunächst Schmerztabletten verschrieben. Neben einer erhöhten Druck- und Schmerzempfindlichkeit fühlen sich Patientinnen in den darauffolgenden Wochen zudem häufig schwach und müde.

Wird der Verband nach einigen Tagen entfernt, muss der speziell angefertigte Stütz-BH daraufhin für etwa einen Monat getragen werden.

Eine ärztliche Krankschreibung erfolgt in der Regel nicht, wenn es sich bei einer Brustvergrößerung um einen ästhetisch bedingten Eingriff handelt. Die meisten Patientinnen nehmen für diese Zeit Urlaub, um sich von der Operation zu erholen. Auf Sport sollte für vier bis sechs Wochen verzichtet werden – Sportarten, bei denen der Oberkörper stark beansprucht wird, sollten mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.

Nachsorge und Pflege bei einer Brustvergrößerung

Um eine optimale Heilung zu ermöglichen, benötigt der Körper viel Ruhe und Entspannung. Zudem sollte der Stütz-BH Tag und Nacht nach Angabe der Ärzte getragen werden. Es ist empfehlenswert, am Anfang nur auf dem Rücken zu schlafen, um das Gewebe nicht zu stark zu belasten. Ein wichtiger Punkt ist zudem die Pflege der Narben mit medizinischen Salben und Pflastern.

Weitere Informationen und Bewertungen

Für weitere interessante Informationen sehen Sie sich gerne unsere umfangreichen Ratgeberseiten an. Auf Brustoperation-Vergleich finden Sie zudem Erfahrungsberichte zu den einzelnen Methoden und den verschiedenen Kliniken. Diese werden mit einer Service-Note bewertet, die sich individuell aus den wichtigsten Faktoren berechnet. Dazu zählen Preis, Service, Qualifikationen und Patientenmeinungen.

Sie haben weitere Fragen zu Brustvergrößerungen? Dann rufen Sie uns an – wir beraten Sie gern. Kostenlos, diskret und unverbindlich.

Telefon: 0800 200 50 60

 

[1] Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), https://www.dgaepc.de/transparenz-im-sinne-des-patientenschutzes-bundesregierung-beschliesst-einfuehrung-eines-deutschlandweiten-implantateregisters/ (Stand: 03.04.2019).


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