Brustimplantate wechseln – Ablauf, Kosten und Risiken

Nach einer Brustoperation wird es irgendwann notwendig, die Brustimplantate zu wechseln (Revisionsoperation). Das kann sowohl aus ästhetischen als auch medizinischen Gründen der Fall sein. Die sekundäre Augmentationsplastik kann dabei aus einem reinen Implantatwechsel sowie aus einer zusätzlichen Mastopexie (Bruststraffung) oder Reduktion (Brustverkleinerung) bestehen. In einigen Fällen ist auch ein Wechsel auf autologes (körpereigenes) Gewebe sinnvoll. Wann ein Implantatwechsel zu empfehlen ist, welche Risiken mit dem Eingriff einhergehen und welche Kosten auf Sie zukommen können, lesen Sie im Folgenden.

Wann müssen Brustimplantate gewechselt werden?

BrustvergrößerungLiegen medizinische Gründe für einen Implantatwechsel vor, sollte dieser so schnell wie möglich durchgeführt werden. Handelt es sich um ästhetische Beweggründe, sollten die Risiken einer erneuen Brustoperation zunächst gründlich abgewogen werden.
 
 
 
 

Medizinische Gründe für den Austausch der Brustimplantate

In den folgenden Fällen ist es unbedingt notwendig, die Brustimplantate zu entfernen bzw. zu wechseln:[1]

  • Implantatversagen (Ruptur, Dislokation etc.)
  • Kapselfibrose
  • Weichteilprobleme
  • Symmastie (Fehlbildung der Brust)
  • postoperative Erkrankungen der Brust

Die Kapselfibrose ist die häufigste medizinische Ursache für den Implantatwechsel.[2] Da der menschliche Körper die Silikonimplantate als Fremdkörper wahrnimmt, bildet er eine Bindegewebshülle um das Implantat. I. d. R. bereitet diese übliche Reaktion keine weiteren Komplikationen. Das Bindegewebe bleibt dünn und elastisch. In einigen Fällen kommt es jedoch im Laufe der Zeit zu einer Verhärtung des Gewebes – eine Kapselfibrose entsteht. Die Folgen sind:

  • Verhärtung der Brust
  • Veränderungen der Brustform
  • Schmerzen

Frauen mit diesen Symptomen sollten unbedingt eine ärztliche Fachkraft aufsuchen. Diese können die Ursachen für die Verhärtung diagnostizieren und beraten, ob ein Implantatwechsel notwendig ist.

Ästhetische Gründe für den Wechsel der Brustimplantate

Häufig lassen Patientinnen Ihre Brustimplantate wechseln, weil ihnen die optische Veränderung nicht mehr zusagt. Die typischen ästhetischen Gründe für einen Implantatwechsel sind:

  • abgesunkene Implantate aufgrund des Alterungsprozesses
  • Erschlaffung der Brust infolge des Implantatgewichts
  • Wunsch nach Wiederherstellung der natürlichen Brust
  • Fremdkörpergefühl und Unwohlsein
  • veränderte Brustform nach der Geburt oder durch eine Gewichtsveränderung

Brustimplantatwechsel: Beratung vor der Operation

Bevor der Wechsel der Brustimplantate durchgeführt wird, bedarf es einer Voruntersuchung sowie eines umfänglichen Beratungsgesprächs. Darin sollten folgende Aspekte thematisiert werden:

  • Behandlungsablauf
  • Ziele und Erwartungen
  • Aufklärung über mögliche Risiken und Komplikationen
  • Kosten sowohl für den Eingriff als auch für etwaige Sonderleistungen, z. B. für Übernachtung und stationären Aufenthalt

In dem Beratungsgespräch können die Gründe und weitere Bedenken der Patientinnen thematisiert werden. Dabei ist auch zu klären, ob der Wechsel der Brustimplantate in Verbindung mit einer Bruststraffung durchgeführt werden soll, um die Brustform zu optimieren. Vergleichen Sie daher bereits vorab ausführlich das chirurgische Fachpersonal sowie die möglichen Behandlungsmethoden und notieren Sie sich etwaige aufkommende Fragen für das Gespräch.

Brustimplantate wechseln: Ablauf

Ebenso wie eine herkömmliche Brustvergrößerung erfolgt der Implantatwechsel ausschließlich unter Vollnarkose.[3] Die Operation nimmt jedoch etwas mehr Zeit in Anspruch, weil zunächst die alten Implantate gelöst und entfernt werden müssen. Insgesamt können Patientinnen mit einer Dauer von zwei bis drei Stunden rechnen.

Zugang für Implantate schaffen

Um die Brustimplantate wechseln zu können, bedarf es zunächst eines Zugangs. Durch diesen wird das alte Implantat entfernt und das neue eingesetzt. Als Zugang eignen sich diese Körperregionen:

  • Brustumschlagsfalte: Chirurgische Fachkräfte entscheiden sich häufig für den Zugang über die Brustumschlagsfalte, da diese im Alltag kaum sichtbar und der Brustinnenraum gut zugänglich ist.
  • Narbe der Brustvergrößerung: Darüber hinaus kann die Narbe aus der ersten Brustvergrößerung geöffnet werden, um den Zugang erneut zu verwenden. Vorteil: Die Patientin hat anschließend keine zusätzliche Narbe.
  • Brustwarze oder Achselhöhle: Der Zugang über die Brustwarze oder die Achselhöhle wird nur selten gewählt. Zum einen ist die Öffnung hier kleiner und zum anderen entstehen neue Narben.

Welche Methode sich am besten eignet, wird in der Voruntersuchung besprochen.

Altes Implantat entfernen

Beim Entfernen des alten Implantats geht es in erster Linie darum, das umliegende Gewebe nicht unnötig zu verletzen und das Implantat nicht zu beschädigen. Hier spielt neben den körperlichen Umständen der Patientin vor allem die Erfahrung des Arztes bzw. der Ärztin eine entscheidende Rolle. Erfahrenes Personal erkennt etwaige Komplikationen früh und kann entsprechend darauf reagieren, um die Operation erfolgreich zu beenden und Folgeschäden zu vermeiden.

Neues Implantat einsetzen

Für die Position des neuen Implantats kann die chirurgische Fachkraft die Position des alten Implantats verwenden. Die Implantattasche muss dennoch neu modelliert werden, um einen optimalen Sitz zu gewährleisten. Häufig wird ein größeres Implantat als zuvor notwendig, da mit der Implantat- und ggf. Kapselentfernung ein Substanzverlust einhergeht und die Haut bereits etwas gedehnter ist. Befand sich das alte Implantat über dem Muskel, kann das neue Implantat auch unterhalb des Muskels eingesetzt werden. Dadurch reduziert sich das Risiko einer erneuten Kapselfibrose.

Nach dem Implantatwechsel

Die Verhaltensregeln nach einem Implantatwechsel sind im Wesentlichen dieselben wie nach einer Brustvergrößerung.

  1. Direkt nach der OP: Es wird ein Verband angelegt, der die Brust entlasten soll. Meist werden Drainagen angebracht. Diese müssen i. d. R. etwas länger liegen als bei Erstimplantationen.
  2. Die ersten Tage nach der OP: Der erste Verband wird nach einigen Tagen entfernt. Anschließend ist das Tragen eines Spezial-BHs notwendig – sowohl tagsüber als auch nachts. Durch diesen Stütz-BH wird die Brust in die gewünschte Position gebracht und die Implantate können besser verwachsen. Außerdem müssen Patientinnen für etwa drei bis vier Tage nach einem Implantatwechsel mit leichten bis starken Schmerzen an der Brust rechnen. Gegen diese verschreibt die Klinik Schmerztabletten.
  3. Mehrere Wochen nach der OP: Für die Dauer von mehreren Wochen sind die Brüste druck- und schmerzempfindlich. Außerdem fühlen sich viele Patientinnen weiterhin müde und erschöpft.

Patientinnen sollten beachten, dass sie nach einem Implantatwechsel nicht krankgeschrieben werden. Daher ist es ratsam, mindestens zwei Wochen Urlaub einzuplanen. So ist eine bestmögliche Erholung gewährleistet. Die Brust und der gesamte Oberkörper der Frau haben genügend Zeit zur Regeneration. Dadurch ist das Risiko postoperativer Komplikationen, z. B. blutende und schlecht verheilende Narben, deutlich verringert.

Implantatwechsel aufgrund einer Kapselfibrose

Wurden die Brustimplantate aufgrund einer bestehenden Kapselfibrose gewechselt, ist das Risiko einer erneuten Kapselfibrose sehr hoch. Die Erstimplantation bei einer korrekt ausgeführten Operation gibt meist die längste Standzeit für das Implantat vor. Nach einer Revision fällt das Intervall zu einer erneuten Kapselfibrose häufig kürzer aus.[4]

Brustimplantate wechseln: Kosten

Um die Brustimplantate zu wechseln, werden mehrere Operationen in einer Behandlung kombiniert:

  • Entfernen von Brustimplantaten
  • Einsetzen von Brustimplantaten
  • Bruststraffung

Daher fallen die Kosten für den Implantatwechsel auch höher aus als für eine herkömmliche Brustvergrößerung. Zwischen 4.500 und 7.000 Euro sollten Patientinnen für den Eingriff einplanen. Die Kosten setzen sich aus folgenden Aspekten zusammen:

  • Aufwand und Komplexität des Eingriffs
  • Größe und Material der neuen Implantate
  • Dauer des Klinikaufenthaltes
  • Wahl der behandelnden Chirurgin bzw. des Chirurgen

Es lohnt sich, Angebote von verschiedenen Ärzten und Ärztinnen einzuholen und zu vergleichen. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten die Angebote inhaltlich und umfänglich identisch sein. Manche Kliniken rechnen einzelne Leistungen wie die Voruntersuchung, Medikamente oder die Nachsorge einzeln ab, wodurch die Kosten im Nachhinein deutlich steigen können. Gern helfen wir Ihnen, die passende ärztliche Fachkraft für einen Implantatwechsel in Ihrer Nähe zu finden.

Brustimplantate wechseln: Ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich?

Damit gesetzliche Krankenkassen die Entfernung der Implantate bezahlen, muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen. Doch selbst dann ist nicht gewährleistet, dass die Kosten übernommen werden – sofern es sich bei der vorherigen Brustvergrößerung um eine freiwillige und rein ästhetische Schönheitsoperation handelte. Denn in diesem Fall läge keine gesundheitliche Indikation vor. Sollte die Krankenkasse die Kosten für die Entfernung übernehmen, muss der Preis für den Einsatz neuer Implantate i. d. R. selbst bezahlt werden.

Ist der Abschluss einer Folgekostenversicherung für einen Implantatwechsel sinnvoll?

Einige Versicherungsanbieter haben sogenannte Folgekostenversicherungen entwickelt, die je nach Vertragsinhalt Teilkosten von Schönheitsoperationen übernehmen. Der Vertrag kann bspw. Folgendes beinhalten:

  • Abdeckung später entstandener Schäden am Implantat
  • Partielles Aufkommen für Folgeoperationen, wenn das Ergebnis der ersten Brust-OP nicht zufriedenstellend war

Jede Frau muss für sich selbst abwägen, ob sie sich gegen die Risiken einer Brustvergrößerung mit Implantaten finanziell absichern möchte. Hilfreich für die Entscheidung können z. B. Überlegungen sein, wie stark Folgeoperationen den eigenen Geldbeutel belasten würden, wenn diese kurzfristig finanziert werden müssten. So könnte eine Folgekostenversicherung etwa dann sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko für Komplikationen aufgrund der Umstände besteht.

Risiken beim Implantatwechsel

Auch die möglichen Komplikationen und Risiken, die beim Wechsel der Brustimplantate auftreten können, ähneln denen der klassischen Brustvergrößerung. So können nach dem Einsetzen der neuen Brustimplantate folgende Komplikationen auftreten:

  • Verkapselungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Reißen oder Platzen der Implantate

Zudem verursachen verunreinigte Implantate oder mangelnde Hygiene während der Operation Infektionen. Die Folgen sind unter anderem:

  • Fieber
  • Schmerzen
  • Kreislaufprobleme

Achten Sie beim ersten Informationsgespräch und während der Voruntersuchung daher auf diese Aspekte:

  • Sind die Wartezimmer sauber und gepflegt?
  • Wie ist die Hygiene im Behandlungsraum zu bewerten?
  • Achtet das Klinikpersonal grundsätzlich auf Sauberkeit?

Ein positives Bauchgefühl sowie ein seriöses Auftreten der Klinik sind bei der Entscheidung für Ihre Brustoperation wichtiger als der günstigste Preis.

Beschädigungen am Brustimplantat

Wirken starke Kräfte auf den Oberkörper der Frau ein, z. B. durch den Airbag bei einem Autounfall, besteht das Risiko, dass die Implantate reißen oder platzen. Gelangt die Füllung in den Körper, kann dies gefährliche Auswirkungen haben. Moderne Implantate sind jedoch weitgehend „auslaufsicher”. Selbst bei einem Riss der äußeren Membran kann das enthaltene Silikon nicht auslaufen und zu weiteren Komplikationen führen. Welche Implantate verwendet werden und wie hoch die Sicherheit ist, besprechen Patientinnen vorab im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt bzw. Ärztin.

Brustimplantate wechseln: Wie oft sollten die Implantate erneuert werden?

Bei einer Brustvergrößerung handelt es sich selten um einen einmaligen Eingriff, denn Brustimplantate halten nicht für den Rest des Lebens. Ältere Modelle mit Kochsalzlösung können maximal acht bis zehn Jahre in der Brust verbleiben, bevor die Kissen entfernt und ausgetauscht werden müssen. Neuere Silikonimplantate werden meist routinemäßig nach 10 bis 15 Jahren gewechselt, um ein Auslaufen des Silikons ins Gewebe aufgrund von Materialermüdung zu vermeiden.[5]

Brustimplantate werden stetig weiterentwickelt, insbesondere die Haltbarkeit der Hülle sowie der Auslaufschutz. Einige Modelle weisen inzwischen eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren auf. Kommt es vorher zu einer Beschädigung, z. B. durch einen Unfall, sind die Brustimplantate vorzeitig zu wechseln.

Implantatwechsel finden mit Brustoperation-Vergleich.de

Auf der Suche nach dem passenden Arzt bzw. der passenden Ärztin für einen Implantatwechsel spielen Erfahrungen eine wichtige Rolle – einerseits die Erfahrung des Arztes, andererseits aber auch die Erfahrungen von Patientinnen, die bereits einen Implantatwechsel erlebt haben. Bei uns finden Sie daher viele Erfahrungsberichte von Patientinnen, die Ihnen bei der Wahl der richtigen Klinik helfen können. Erfahrungen und Bewertungen veröffentlichen wir nur, wenn die Patientin bereits in Kontakt mit der Klinik stand und somit eine seriöse Einschätzung abgeben kann.

Ein weiterer hilfreicher Indikator für Ihre Wahl ist unsere Servicenote. Sie wird individuell für jeden Arzt berechnet und gibt detailliert Auskunft über die Qualifikation, den Service, die Patientenmeinungen und die im Preis enthaltenen Leistungen. So können Interessentinnen bequem und schnell ärztliches Fachpersonal vergleichen und feststellen, welcher Anbieter sich am besten für sie eignet.

Sie haben Fragen zum Implantatwechsel? Dann rufen Sie uns an – wir beraten Sie gern. Kostenlos und unverbindlich!

Telefon: 0800 200 50 60

[1] Uhl, B.: OP-Manual Gynäkologie und Geburtshilfe: Alles für den OP und die Station. Stuttgart: Thieme, 2013.

[2] FDA Update on the Safety of Silicone Gel-Filled Breast Implants: https://www.senolog.de/aktuelle-stellungnahme-der-amerikanischen-gesundheitsbehorde-fda-zur-sicherheit-von-silikon-brustimplantaten/ (Stand 2011).

[3] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC): https://www.vdaepc.de/wp-content/uploads/2019/09/vdaepc-checkliste-brustimplantate.pdf (Stand 2019).

[4] Fansa, H., Heitmann, C.: Brustchirurgie. Berlin: Springer, 2018.

[5] Fatemi, Dr. A., Brück, S.: Der Beauty-Doc – Band 1: Die gefragtesten Schönheitsoperationen. München: dotbooks, 2013.


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