Brustoperation: Kosten

Die Kosten für eine Brustoperation hängen maßgeblich von der Operationsart ab – ob Mammaaugmentation (Brustvergrößerung), Mammareduktion (Brustverkleinerung) oder Mastopexie (Bruststraffung). Doch auch darüber hinaus gibt es mehrere Faktoren, die Einfluss auf die Brust-OP-Kosten nehmen. Welche das sind und wann die Kosten einer Brust-OP von der Krankenkasse übernommen werden, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was kostet eine Brust-OP?

Da die Kosten einer Brustoperation von zahlreichen Kriterien abhängen, ist es nicht möglich einen konkreten Preis zu nennen. In der Regel liegen die Kosten für eine Brust-OP zwischen 3.000 und 7.000 Euro. Dabei sind Mammaaugmentationen oder Mammarekonstruktionen (Brustrekonstruktionen) meist höherpreisig, während Mammareduktionen oder Mastopexien (Bruststraffungen) geringere Kosten verursachen. Dies liegt daran, dass Brustvergrößerungen sowie -rekonstruktionen meist Implantate erfordern, die zusätzliche Materialkosten mit sich bringen.

Auch im Ausland fällt der Brust-OP-Preis für eine professionell durchgeführte Behandlung nicht deutlich geringer aus.[1] Um die Brust-OP-Kosten verschiedener Kliniken optimal vergleichen zu können, sollte der Leistungsumfang der Angebote identisch sein.

Wie setzen sich Brust-OP-Preise zusammen?

Generell beeinflussen folgende Punkte die Brust-OP-Kosten: [2]

  • Beratung und Voruntersuchung
  • Klinikausstattung sowie Personal
  • Dauer des Eingriffs
  • Narkoseart
  • Medikamente
  • Operationstechnik
  • Materialkosten für Implantate
  • Klinikaufenthalt
  • Folgetermine zur Nachversorgung
  • Spezial-BH nach der Brustoperation
  • Weitere Leistungen wie zusätzliche Eingriffe, z. B. Korrektur der Brustwarzen

Einige Aspekte wie die Dauer der Behandlung, die verwendete Operationstechnik oder die Art der Narkose hängen von den körperlichen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten ab. Auch die Brustform spielt dabei eine große Rolle.

Kostenübernahme der Brust-OP durch die Krankenkasse

Damit Krankenkassen für eine Brustoperation aufkommen, muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen.[3] Diese kann sowohl körperlich als auch psychisch begründet sein. Eine Kostenübernahme der Brustoperation muss per Antrag bei der jeweiligen Krankenversicherung gestellt werden.

Antrag zur Kostenübernahme der Brustoperation durch die Krankenkasse

Für einen erfolgreichen Antrag gilt es folgende Aspekte zu beachten:

  • Bevor der Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse eingereicht wird, sollten je nach Befindlichkeit alternative Behandlungen wie Physiotherapie, Sportprogramme oder Gewichtsabnahme erfolgt sein.
  • Der Antrag ist vor der Durchführung der Brustoperation zu stellen.
  • Die körperlich oder psychisch begründete Notwendigkeit für die Brustoperation muss ausführlich dokumentiert werden.
  • Im Antrag auf Kostenübernahme der Brust-OP muss zudem aufgeführt sein, wie die Brust-OP ein medizinisches Leiden beheben kann. Rein ästhetische Gründe reichen hierbei nicht aus.
  • Gemeinsam mit dem Antrag sollten auch Atteste und Kostenvoranschläge von Ärzten eingereicht werden.

Wann übernimmt eine Krankenkasse die Brust-OP-Kosten?

Nur wenn die Brustoperation aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit erforderlich ist, werden die finanziellen Aufwände erstattet. In folgenden Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Brustoperationskosten übernimmt:

  • Kostenübernahme bei Brustverkleinerungen:Eine Gigantomastie (Brust mit besonders großem Volumen und Gewicht) kann starke körperliche Beschwerden verursachen. Bei chronischen Wirbelsäulen-, Schulter- oder Nackenschmerzen sowie Entzündungen ist die Kostenübernahme der Brust-OP möglich.[4]
  • Kostenübernahme bei Brustvergrößerungen: Muss die Brust infolge einer Masektomie (Brustamputation) rekonstruiert werden, übernehmen die Krankenkassen die Kosten meist in voller Höhe – solange es sich um die gängigen Operationsverfahren handelt.[5]
  • Liegen außergewöhnlich schwerwiegende Missbildungen vor, z. B. infolge einer Krankheit, übernimmt die Krankenversicherung unter Umständen die Kosten einer Rekonstruktion.

Brustoperation: Kostenübernahme vorab klären

In einem ersten Beratungsgespräch mit dem ärztlichen Fachpersonal sollte geklärt werden, ob es möglich ist, die Kosten für eine Brustoperation von der Krankenkasse erstatten zu lassen. Ein Gutachten oder ein ärztliches Attest muss die medizinische Notwendigkeit für einen Eingriff beweisen. Derartige Unterlagen sind dann unter Umständen dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) vorzulegen. Dieser muss in den meisten Fällen einer Bewilligung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse zustimmen.[6]

Stellt sich die Krankenkasse gegen die Kostenübernahme der Brust-OP, lässt sich mit einer Klage dagegen vorgehen. Wer es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen möchte, kann über eine Finanzierung nachdenken. Bei einigen Kliniken können die Behandlungskosten zinsfrei in Raten abbezahlt werden. Darüber hinaus gibt es Drittanbieter, die sich auf die Finanzierung von medizinischen Behandlungen spezialisiert haben.

Kosten für Brustoperationen nach Komplikationen

Kommt es nach der Brustoperation zu Komplikationen, ist unter Umständen eine Folgebehandlung erforderlich. War die erste Brustoperation nicht medizinisch indiziert und wurde privat bezahlt, so müssen voraussichtlich auch Folgekosten zum Teil selbst getragen werden. Denn seit dem 1. April 2007 übernehmen Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Komplikationen nicht mehr vollständig. (siehe Sozialgesetzbuch V, § 52, Absatz 2).

Mit einer Folgekostenversicherung finanzielle Risiken senken

Um das finanzielle Risiko nach einer Schönheitsoperation zu senken, kann eine Folgekostenversicherung für Brustoperationen abgeschlossen werden. Diese Versicherung übernimmt die Kosten einer Nachbehandlung, falls es infolge einer medizinisch nicht notwendigen Operation zu Komplikationen kommt.

Wie teuer ist eine Folgekostenversicherung?

Eine Folgekostenversicherung für Brustoperationen kostet abhängig vom Anbieter und von den gewählten Leistungen etwa 100 bis 250 Euro pro Jahr. Die Deckungssumme der meisten Versicherer liegt derzeit bei 250.000 Euro – bis zu diesem Betrag werden die Folgekosten der Brustoperation erstattet.

Das ist bei der Folgekostenversicherung für Brustoperationen zu beachten

Beim Abschluss einer Folgekostenversicherung für Brustoperationen gilt es den jeweiligen Versicherungsschutz und die vertraglich festgelegten Bedingungen genau zu lesen. Die meisten Folgekostenversicherungen haben Laufzeiten von ein bis zwei Jahren. Damit ist die nach einer Brustoperation notwendige Wund- und Narbenheilungszeit abgedeckt. Folgende Konditionen sollte eine Folgekostenversicherung in jedem Fall bieten:

  • Die Behandlungskosten einer Kapselfibrose sind im Leistungsspektrum enthalten.
  • Neben den Behandlungskosten (OP und Entnahme der Implantate) bezahlt die Versicherung auch die Wiederherstellung der Brust (etwa durch Übernahme der Kosten für neue Implantate).

Sie haben weitere Fragen zu den Kosten einer Brustoperation, zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder zu Folgekostenversicherungen? Dann rufen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne – natürlich kostenlos, diskret und unverbindlich.

Telefon: 0800 200 50 60

[1] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-schoenheitsoperation-im-ausland-das-sollte-gut-ueberlegt-sein/ (Stand: 09.10.2019).

[2] Dr. med. Bromba, https://www.dr-bromba.de/brustverkleinerung/brustverkleinerung-kosten/ (Stand: 18.06.2019).

[3] Finkenstein, Joachim Graf von: Plastische Chirurgie: Was die Kassen als Krankheit anerkennen. Dt. Ärzteblatt 2000; Heft 4.

[4] Uhl, B.: OP-Manual der Gynäkologie und Geburtshilfe: Alles für den OP und die Station. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2004.

[5] Brustrekonstruktion, In: https://www.apotheken-umschau.de/Brustrekonstruktion

[6] Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK), https://www.mdk.de/mdk/mdk-gemeinschaft-gesundheitssystem/ (Stand: 18.06.2019).


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