Brustimplantate – Formen, Materialien, Risiken und mehr

Ob groß oder klein, spitz oder rund – Brustimplantate für die weibliche Brust können die verschiedensten Formen und Größen aufweisen. Eine wohlgeformte Brust gilt als Schönheitsideal, daher entscheiden sich Jahr für Jahr viele Frauen weltweit für den Einsatz von Brustimplantaten. So wurden allein im Jahr 2018 in Deutschland 3.664 Brustvergrößerungen verzeichnet – ein Großteil davon durch den Einsatz von Silikonimplantaten.[1]

Falls auch Sie sich für eine ästhetisch-plastische Operation interessieren, sollten Sie sich vorab umfassend informieren. Basierend auf Ihren Wünschen und Vorstellungen können Sie sich anschließend für den passenden Arzt oder die entsprechende Ärztin entscheiden. Die ärztliche Fachkraft wird Sie im Zuge einer Voruntersuchung weiterführend informieren und die Rahmenbedingungen für den Eingriff erläutern. Dabei wird unter anderem besprochen, welche Implantate am besten für Ihre Brustvergrößerung geeignet sind. Denn Brustimplantate unterscheiden sich nicht nur in Form und Größe, sondern auch im inneren und äußeren Material sowie der Beschaffenheit der Oberfläche.

Was sind Brustimplantate?

Um die gewünschte Brustform zu erlangen, entscheiden sich viele Frauen für eine Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) mit Implantaten. Dabei handelt es sich um Kissen aus Kunststoff, die in das Brustgewebe eingesetzt werden. Die Hülle besteht bei den meisten Modellen aus Silikon. Gefüllt sind die Brustimplantate ebenfalls mit einem auslaufsicheren Silikongel. Die Oberfläche der Brustimplantate kann angeraut oder glatt sein. Überwiegend wird die texturierte Variante eingesetzt, um ein Verwachsen mit dem Brustgewebe sowie ein Verrutschen möglichst zu verhindern.[2]

Brustimplantate – Das Wichtigste im Überblick

Kosten500 bis 1.000 Euro
MaterialSilikongel oder Kochsalzlösung
Formenrund oder anatomisch
gängige Größen 180 bis 700 ml
Lageüber oder unter dem Brustmuskel
Haltbarkeit20 Jahre und länger

Material von Brustimplantaten

Brustvergrößerung

Größere Brüste durch OP

Brustimplantate unterscheiden sich vor allem im Material und in der Form. Historisch hat sich dabei seit Ende des 19. Jahrhunderts einiges getan. Bei der ersten Brustvergrößerung im Jahr 1895, wurde der betroffenen Frau noch ein Fettgeschwulst implantiert. Seitdem haben Mediziner und Medizinerinnen mit verschiedenen Stoffen experimentiert: Neben Glaskugeln und Wolle verwendeten die behandelnden Personen früher Elfenbein und Rinderknorpel. Auch Bienenwachs, Paraffin und Polyethylen wurden bis in die 1950er-Jahre in die Brüste von Frauen injiziert, um eine Vergrößerung zu erzielen.[3]

Die ersten Brustimplantate aus Silikon wurden 1961 entwickelt, ein Jahr später fand die erste Operation statt.[4] Heute bestehen Brustimplantate aus einer Silikonhülle, die mit einem Silikongel gefüllt ist. Bis vor wenigen Jahren wurde auch eine Kochsalzlösung verwendet.

Wie sicher sind Brustimplantate?

Immer wieder kursieren Schlagzeilen und Gerüchte über eine unzureichende Sicherheit von Brustimplantaten. Heutzutage eingesetztes Silikongel und die mehrwandige Hülle bieten den Vorteil, dass das Implantat nicht auslaufen kann – auch wenn die Hülle durch einen Unfall oder andere äußere Einflüsse beschädigt wird. Dennoch ist es möglich, dass Implantate nach massiver Gewalt- oder Krafteinwirkung oder durch Quetschungen reißen und in der Folge ausgetauscht werden müssen.[5] Zudem halten Brustimplantate nicht ein Leben lang, sondern müssen für gewöhnlich nach 15 bis 20 Jahren ersetzt werden.

Seit 2001 gibt es in Europa ein Gütesiegel, das die Qualität der Implantate gewährleistet. Eine ergänzende Neuerung auf dem Gebiet der Sicherheit von Brustimplantaten ist das Implantatregister. Bisher gibt es in Deutschland keine zentrale Dokumentation darüber, bei welchen Personen welche Implantate eingesetzt wurden. Um mehr Sicherheit und Transparenz zu schaffen, hat das Bundeskabinett beschlossen, zukünftig ein solches Register einzuführen. Brustimplantate sollen demnach ab Mitte 2021 zentral erfasst werden.[6]

Wann kommen Brustimplantate zum Einsatz?

Brustimplantate werden für gewöhnlich bei einer Brustvergrößerung verwendet. Dabei handelt es sich meist um eine Operation mit ästhetischem Hintergrund. Allerdings kann der Eingriff auch medizinisch begründet sein. Wenn die Brust durch eine Krebserkrankung oder infolge eines Unfalls amputiert werden musste, ist ein anschließender Wiederaufbau möglich.[7]

Außerdem können Brustimplantate bei einer Bruststraffung eingesetzt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Nachdem die überschüssige Haut entfernt wurde, kommt es häufig vor, dass die Patientin ihre Brust als zu klein empfindet. Meistens handelt es sich dann um vergleichsweise kleine Brüste mit wenig Drüsen- und Fettgewebe und einem großen Hautüberschuss. Mit einem zusätzlich eingesetzten Implantat kann die gewünschte Form wiederhergestellt werden.

Was kosten Brustimplantate?

Brustimplantate kosten zwischen 500 und 1.000 Euro und machen einen wesentlichen Teil der Kosten für eine Brustvergrößerung aus. In seltenen Fällen kann der Preis auch darüber oder leicht darunter liegen. Grundsätzlich sind runde Brustimplantate günstiger als anatomisch geformte. Deshalb werden in den Komplettangeboten von ärztlichen Fachkräften und Kliniken für eine Brustvergrößerung meist die Preise für die runde Form aufgeführt. Für die komplette Operation müssen Interessierte mit Kosten zwischen 3.500 und 6.000 Euro rechnen.

Runde und anatomische Brustimplantate: der Unterschied

Während es Implantate in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Oberflächen gibt, stehen bei den Formen hauptsächlich runde und anatomische Modelle zur Auswahl. Welche Form für eine Patientin geeignet ist, muss sie gemeinsam mit der ärztlichen Fachkraft in einer Voruntersuchung festlegen. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich dabei vornehmlich in Bezug auf die gewünschte Wirkung.[8]

Runde Brustimplantate für eine volle Brust

Wünscht sich die zu behandelnde Person eine volle Brust, kommen vor allem runde Brustimplantate infrage. Diese heben neben dem unteren auch den oberen Bereich der Brust an. Dadurch wird das Dekolleté betont. Des Weiteren sieht die Brust nach dem Einsatz eines runden Implantats größer aus als mit einem anatomischen Implantat des gleichen Volumens. Abschließend haben runde Brustimplantate den Vorteil, dass sich ihre Lage nicht sichtbar verändern kann. Ist das Implantat allerdings zu groß, wirkt die Brust eher künstlich.[9]

Anatomische Brustimplantate für eine natürliche Brust

Damit nach der Brustvergrößerung eine möglichst natürliche Wirkung entsteht, empfehlen ärztliche Fachkräfte meist anatomisch geformte Brustimplantate. Diese sind tropfenförmig und verschmälern sich nach oben. So erscheint der untere Bereich der Brust voll und der obere Bereich eher flach – eine natürliche Form entsteht. Anatomische Implantate haben jedoch den Nachteil, dass sie bei gleichem Volumen kleiner wirken als runde Implantate. Zudem ist es gegebenenfalls äußerlich sichtbar, sollte sich ein Brustimplantat verdrehen. Dies kann eine Korrektur der Lage erfordern.[10]

Fazit: Runde oder anatomische Brustimplantate?

Für die Wahl der Implantatform spielen die Anatomie der Patientin sowie deren Erwartungen und Wünsche eine wesentliche Rolle. Diese werden bei der ärztlichen Voruntersuchung ausführlich erläutert, sodass die behandelnde Fachkraft das passende Brustimplantat empfehlen kann. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Implantatform während der Voruntersuchung mit einem speziellen BH zu testen. Mittlerweile bieten viele Praxen und Kliniken auch eine 3D-Simulation an. Dadurch wird das voraussichtliche Ergebnis der Brustvergrößerung sehr gut veranschaulicht.

Größe der Brustimplantate

Brustvergrößerung Silikon

Für die meisten Frauen spielt die Größe der Brustimplantate eine entscheidende Rolle. Welche Größe im individuellen Fall geeignet ist, lässt sich am besten im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin herausfinden. Dabei wird auch aus medizinischer Sicht beurteilt, inwiefern die persönlichen Wünsche umsetzbar sind. Ist ein natürliches Aussehen gewünscht, sollten die Brustimplantate nicht zu groß gewählt werden. Auch anatomische Implantate mit sehr großem Volumen können künstlich wirken. Meist werden Implantate mit einem Volumen zwischen 250 und 600 ml eingesetzt. Die durchschnittliche Größe liegt bei etwa 320 ml je Brust.

B-lite Brustimplantate für sehr große Brüste

Neben den herkömmlichen Brustimplantaten gibt es seit Kurzem eine Weiterentwicklung, die besonders für Frauen mit dem Wunsch nach deutlich größeren Brüsten interessant ist. Die sogenannten B-Lite-Implantate sind bis zu 30 Prozent leichter als herkömmliche Brustimplantate und belasten die Haut und das Gewebe dadurch deutlich weniger. Ein weiterer Vorteil des geringeren Gewichts von B-Lite-Implantaten ist, dass die Brüste im Alter in geringerem Maß sinken. Die Gewichtsreduktion der in Deutschland produzierten Implantate wird durch kleine Hohlkugeln als Füllmaterial ermöglicht. So wiegt ein B-Lite-Implantat mit einem Volumen von 300 ml nicht mehr wie bisher 300 g, sondern nur noch rund 220 g.[11]

Brustimplantate: Operation und Schnitttechniken

Hat sich eine Patientin für eine Brustvergrößerung mit Implantaten entschieden, gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin die passenden Brustimplantate ausgewählt und alle Risiken sowie möglichen Komplikationen besprochen, findet die Operation statt. Diese dauert ein bis zwei Stunden und wird in der Regel stationär unter Vollnarkose durchgeführt. Anschließend bleibt die behandelte Person mindestens eine Nacht in der Klinik. Auf ausdrücklichen Wunsch bieten einige Praxen auch eine ambulante Behandlung an. In diesem Fall sollte aber sichergestellt sein, dass die Patientin in den ersten Tagen von der Familie oder Freunden betreut wird.

Für das Einsetzen der Brustimplantate stehen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Verfügung:[12]

  • ein etwa vier Zentimeter langer Schnitt unterhalb der Brust in die Unterbrustfalte
  • Schnitt in die Achselhöhle
  • Schnitt im unteren Bereich des Brustwarzenhofs

Die erste Option wird am häufigsten angewendet, da dieser Zugang ein sehr genaues Einsetzen des Implantats ermöglicht.

 

Brustvergrößerung - Schnitttechniken

Brustvergrößerung – Schnitttechniken

Position der Brustimplantate – UBM oder ÜBM?

Bei der Entscheidung für eine Brustvergrößerung mit Implantaten muss vorab geklärt werden, wo genau die Implantate in der Brust positioniert werden sollen. Möglich ist die Implantation über (ÜBM) oder unter (UBM) dem Brustmuskel. Ob Brustimplantate über oder unter dem Brustmuskel platziert werden, hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • natürliche Brustform und -größe
  • Beschaffenheit der Brust
  • Größe der gewünschten Implantate
  • Körperbau der zu behandelnden Person
Brustimplantate einsetzen

Brustimplantate einsetzen

Brustimplantate unter dem Muskel (UBM)

Werden Implantate unter dem Muskel eingesetzt, stehen zwei Methoden zur Auswahl: Die Brustimplantate können submuskulär oder subpectoral positioniert werden.[13]

Submuskuläre Technik bei Brustvergrößerung

Brustvergrößerung

Bei dieser Methode werden die Brustimplantate vollständig unter dem Brustmuskel platziert. Dies empfiehlt sich vor allem für schlanke Frauen, die bislang eher kleine Brüste mit wenig Fett- und Drüsengewebe haben. Wird das Implantat unter den Muskel geschoben, verschwinden die Konturen des Implantats und sind von außen nicht sichtbar.[14]

Allerdings kann mit dieser Technik nicht jede gewünschte Implantatgröße verwendet werden, da der Platz unter dem Brustmuskel begrenzt ist. Deshalb setzen einige Ärzte in einer ersten Operation zunächst kleinere Implantate ein. Auf diese Weise wird der Muskel gedehnt. Sechs bis zwölf Monate später können die kleinen Brustimplantate entnommen und größere in die Tasche eingesetzt werden. Auch für sportliche Frauen eignet sich die submuskuläre Methode, da die Implantate in der Bewegung fest unter dem Muskel sitzen. Dafür ist der Eingriff etwas schmerzhafter und die Heilung dauert unter Umständen länger.

Subpectorale Technik bei Brustvergrößerung

Bei der subpectoralen Technik (auch Dual plane genannt) werden die Brustimplantate nur teilweise unter dem Muskel platziert. Dafür wird der Brustmuskel gelöst und der obere Teil des Implantats darunter geschoben. Der untere Teil des Brustimplantats wird vom Brustgewebe (Drüsen, Fett) verdeckt. Dadurch können, verglichen mit der submuskulären Methode, größere Implantate verwendet werden. Falls nur wenig Brustgewebe vorhanden ist, zeichnen sich jedoch möglicherweise Konturen ab. Außerdem fühlen sich die Brüste nach der Vergrößerung eher unnatürlich an.[15]

Brustimplantate über dem Muskel (ÜBM)

Aufgrund der größeren Einschränkungen bei der Implantation unter dem Brustmuskel werden derzeit rund drei Viertel der Brustvergrößerungen ÜBM durchgeführt. Die Patientinnen sind dadurch schneller wieder arbeitsfähig und leiden unter geringeren Schmerzen. Beim Einsetzen der Brustimplantate über dem Muskel kann ebenfalls zwischen zwei Methoden unterschieden werden:[16]

Subgranduläre Technik bei Brustvergrößerung

Bei diesem Verfahren wird das Implantat zwischen dem Brustmuskel und dem Drüsengewebe platziert. Diese Methode kommt besonders häufig zum Einsatz, da sie schnell und leicht durchgeführt werden kann. Allerdings besteht das Risiko, dass sich die Konturen des Brustimplantats auf der Haut abzeichnen können.

Subfasziale Technik bei Brustvergrößerung

Die subfasziale Brustvergrößerung wird seltener durchgeführt, da sie technisch etwas komplizierter ist als die Vergrößerung mit der subglandulären Technik. Die Brustimplantate werden hierbei innerhalb der Faszie eingesetzt – also zwischen dem Muskel und der Muskelhülle. Dieses Verfahren ist aufwendiger, hat aber den großen Vorteil, dass die Silhouette des Implantats ebenfalls vom Brustgewebe verdeckt wird und das Ergebnis der Brustvergrößerung natürlicher aussieht.

Mit der Brustvergrößerung über dem Muskel stehen von ärztlicher Seite mehr Möglichkeiten zur Verfügung, um das von der Patientin gewünschte Ergebnis zu erreichen. Über dem Muskel lassen sich größere Brustimplantate einsetzen und ein deutlich sichtbares Dekolleté kann geformt werden. Auch Brüste, die an Volumen und Straffheit verloren haben, lassen sich mit der Implantation über dem Muskel sehr gut behandeln und anheben.

Risiken beim Einsatz von Brustimplantaten

Grundsätzlich sind die Risiken bei dem Einsatz von Brustimplantaten gering. Dennoch muss vor jeder Brustoperation ein ausführliches Beratungsgespräch stattfinden, in dem Interessierte auf die denkbaren Komplikationen des Eingriffs hingewiesen werden. Zu den möglichen Risiken des ästhetisch-plastischen Eingriffs gehören:[17]

  • Kapselfibrose (schmerzhafte Wucherung um das Brustimplantat)
  • Entstehung von Hautfalten
  • Infektion der Wunde
  • Störung der Wundheilung
  • Blutungen während und nach der Operation
  • Starke Narbenbildung
  • Beschädigung des Implantats
  • Vermindertes oder erhöhtes Empfindungsvermögen
  • Unbefriedigendes Erscheinungsbild

Sollte es zu einer Kapselfibrose kommen oder das Implantat beschädigt sein, muss es entfernt werden. Meist wird dann direkt ein neues Brustimplantat eingesetzt.[18]

Brustimplantate – Wie verläuft der Heilungsprozess nach der Operation?

Nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten reagieren viele Frauen in den ersten Tagen empfindlich auf Berührungen und verspüren Spannungen bis hin zu Schmerzen in der Brust. Nach der Operation gibt es von der Klinik einen Spezial-BH. Für eine erfolgreiche und rasche Heilung ist es wichtig, diesen mindestens vier bis sechs Wochen mindestens vier bis sechs Wochen getragen wird. Damit werden die Haut und die Narben an den Brüsten entlastet und das Gewebe kann besser abheilen.[19] Sport sollte ebenfalls für vier bis sechs Wochen vermieden werden. Im Zweifel kann auch die behandelnde Fachkraft zurate gezogen werden.

Etwa vier Wochen nach der Operation wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Brustimplantate nicht verrutscht und in der Brust keine Blutungen entstanden sind. Zusätzlich wird eine jährliche Nachsorge empfohlen, um eventuelle Unregelmäßigkeiten schnell zu entdecken.

Experteninterview mit Dr. med. univ. Eugen Spirk, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Allgemeinchirurgie:

Vorwort von Dr. Spirk

„Das untenstehende Experteninterview spiegelt den derzeitigen Wissensstand (6.11.2019) sowie meine persönliche Erfahrung nach 16 Jahren Chirurgie wider. Meine Ausführungen zeigen meine Behandlungsgrundsätze auf. Sie erheben daher weder Anspruch auf dauerhafte wissenschaftliche Gültigkeit, noch sind sie als Empfehlung für jeden Patienten zu verstehen. Jeder Patient sollte von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie individuell beraten und behandelt werden. Therapien in diesem Bereich werden mitunter sehr unterschiedlich gesehen und können auch anders gelöst werden. Ich bitte dies zu beachten, da Veröffentlichungen aus dem Internet oft übernommen werden und im Falle von Abweichungen schnell von Kunstfehlern oder falscher Behandlung gesprochen wird – obwohl es bei genauerer Betrachtung meist nicht so ist.“

Wie fühlen sich Implantate an?

Dr. Spirk: „Brustimplantate sind heute so konzipiert, dass sie sich nach der Heilung möglichst natürlich anfühlen. Sie sollten sich also für die Patientin sowohl im Körper, als auch bei Berührung weich und im Idealfall wie die eigene Brust anfühlen. Insgesamt ist zu sagen, dass der Körper und die Psyche das Implantat nach Einheilung nicht mehr als fremd empfinden und es somit als Teil des Körpers akzeptiert wird (ähnlich wie bei Zahnimplantaten). Es gibt natürlich auch Fälle, bei denen sich die Patientin schwertut und der Prozess länger dauert. Von der Berührung, also Haptik der Brust, hat die Patientin ca. nach 3 Monaten ein moderates weiches Ergebnis zu tasten und die meisten Patientinnen berichten, dass sich nach einem Jahr alles optimal anfühlt. Bezüglich des Weichegrads der Implantate gibt es natürlich auch Unterschiede. Größe, Form und die Platzierung über oder unter dem Muskel sowie die Gewebestärke um das Implantat herum sind hier wesentliche Punkte, die bei der Auswahl der Implantate bedacht werden sollten, damit sich alles gut anfühlt.“

Wie können Brustimplantate kaputt gehen?

Dr. Spirk: „Implantate gehen insgesamt heute sehr selten kaputt, da die Qualität der aktuellen Implantatgeneration extrem hoch ist. Speziell, wenn man – wie zu empfehlen – Implantate von einem der namhaften Premiumhersteller mit jahrzehntelanger Erfahrung wählt, hat man heute weniger Risiko einer unverschuldeten Implantatruptur, als noch vor 15 Jahren. Es gibt heute sogenannte „Gummibärchenimplantate“, die, wie der Name schon ausdrückt, kein Flüssigsilikon mehr als Inhalt haben, sondern – ähnlich einem Gummibärchen – ein Vollsilikon, welches nicht auslaufen kann, sondern formstabil bleibt und trotzdem weich ist. Ein geplanter Austausch alle 10 Jahre ist bei den meisten Herstellern seit einigen Jahren somit nicht mehr zwingend erforderlich. Selbst ein nachweislich beschädigtes Implantat (wenn es die neueste Generation mit den oben beschriebenen Eigenschaften ist), ist heute nicht mehr als Notfall sofort zu operieren.

Implantate können prinzipiell vor dem Einbringen, beim Einbringen und nach dem Einbringen kaputt gehen, deshalb ist eine sanfte OP-Technik und eine Routine im OP-Team wichtig und von Vorteil. Im Normalfall halten Implantate nach dem Einbringen heute sehr viel aus, sodass sie durch Unfälle im Alltag wie z. B. einen Sturz vom Fahrrad nicht kaputt gehen sollten. Extrem große Implantate über 600 ml, die direkt unter der Haut liegen, unterliegen hier natürlich einem höheren physikalischen Verletzungs- und Risikopotential als z.B. Implantate von unter 400 ml, die unter dem Muskel platziert sind. Das kann man sich leicht vorstellen, da direkt unter der Haut einfach mehr Spannung und weniger Umgebungsgewebe um das Implantat „zum Dämpfen“ existiert.“

Wann wachsen Brustimplantate ein?

Dr. Spirk: „Brustimplantate beginnen ab dem Zeitpunkt der Operation einzuwachsen. Eine Festigkeit bezüglich eines Verrutschens oder Drehens wird meist nach 4-8 Wochen erreicht und ist aber sehr stark abhängig von der Form, Größe, Lage und der Oberflächenbeschaffenheit des Implantats. Es bildet sich immer zunächst ein dünner Film um das Implantat, da die meisten Implantate vom Körper von einer sogenannten „Membran“ umschlossen werden. Aus diesem Grund werden unsere Patienten die ersten 8 Wochen nach der Operation angehalten, auf Sport zu verzichten.

Was sind die besten Implantate?

Dr. Spirk: „Die besten Implantate sind die, die nie Komplikationen machen, sehr gut aussehen, sich gut anfühlen und nichts kosten… Nur, die gibt es leider nicht… Wie immer im Leben ist die Antwort bei komplexeren Dingen nicht ganz einfach und nicht mit der Nennung einer Marke oder einem Produkt zu beantworten.

Wichtig sind, finde ich, ein paar Dinge, die beachtet werden müssen, um durch den Dschungel der Implantate und Hersteller sein geeignetes Implantat zu finden. Das Problem stellt sich aber meiner Meinung nach weniger dem Patienten, sondern eher in erster Linie dem Behandler. Ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie hat sich während der Ausbildung, nach der Ausbildung und speziell, wenn er Brustimplantate verwendet, sein ganzes Berufsleben ganz genau mit den Implantatherstellern und den einzelnen auf dem Markt befindlichen Produkten auseinanderzusetzen, um seine Patienten optimal beraten zu können. Die Auswahl sollte zwar zusammen mit dem Patienten erfolgen, doch die wesentliche Richtung und welchen Hersteller man nimmt, sollte meiner Meinung nach immer noch der Arzt Ihres Vertrauens wesentlich mitbestimmen, da seine jahrelange Erfahrung ein wesentlicher Vorteil für den Patienten ist.

Im Folgenden möchte ich jedoch einige wesentliche Punkte für die Implantatwahl hervorheben, die wichtig sind:

Zertifizierte Implantate; in Fachkreisen bekannte Premiumhersteller mit jahrzehntelanger Erfahrung; Forschungs- und Weiterbildungsengagement des Herstellers in Bezug auf die Implantate; anatomische, runde, glatte, mikro- und makrotexturierte Implantate zur Auswahl.“

Über Dr. med. univ. Eugen Spirk

Dr Eugen Spirk

Dr. med. univ. Eugen Spirk hat sein Medizinstudium an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck absolviert. Anschließend bildete er sich in der Plastischen Chirurgie bei Prof. Dr. Anderl und Prof. Dr. Hussl sowie am Anatomischen Institut der Medizinischen Universität Innsbruck bei Prof. Dr. Platzer weiter.

Im Jahre 2009 beendete Dr. Spirk seine Facharztqualifikation in München. Seit 2011 führt er seine Privatpraxis in München. Alle Brustvergrößerungen werden dort nach dem international geforderten 14-Punkte-Standard der Firma Allergan durchgeführt.

Zusätzlich gibt Dr. Spirk sein Wissen und seine Erfahrung als Spezialist und Ausbilder im Allergan Medical Institute für Deutschland Süd weiter. Auch für die Jahre 2018/2019 ist Dr. Spirk weiterhin als internationaler Experte, Sprecher und Ausbilder für das Allergan Medical Institute bestätigt worden.

 

Brustimplantate: Hersteller im Überblick

Auf dem Markt haben sich mehrere große Hersteller von Brustimplantaten etabliert. Deshalb lohnt es sich, sich vor einem Termin beim Arzt einen Überblick über die gängigsten Hersteller zu verschaffen.

Allergan

BrustvergrößerungZu den führenden Herstellern von Brustimplantaten gehört das US-amerikanische Unternehmen Allergan Inc. Das Portfolio umfasst rund 500 verschiedene Implantate, die sich in Form, Größe und Material, Oberfläche und Konsistenz unterscheiden. Wenn ein Arzt Ihnen Brustimplantate des Herstellers Allergan anbietet, können Sie somit aus einer großen Vielfalt an Modellen wählen.

Brustimplantate des Herstellers Allergan durchlaufen zahlreiche Produktions- und Qualitätstests, sodass neben den strengen Vorschriften der US-Behörde FDA auch die Richtlinien für europäische Medizinprodukte eingehalten werden. Dank der BIOCELL-Texturierung sitzt das Implantat lange Zeit an der gewünschten Position in der Brust. Darüber hinaus wird derzeit geprüft, ob dadurch das Risiko einer Kapselfibrose reduziert werden kann.

Mentor

Mentor ist eines der führenden Unternehmen im Bereich medizinischer Produkte und stellt seit mehr als 30 Jahren Brustimplantate her. Seit 2006 besitzt Mentor, ebenso wie Allergan Inc., die Zulassung für den Vertrieb von Silikonimplantaten von der US Food and Drug Administration (FDA). Brustimplantate dieses Herstellers zeichnen sich durch ihre formstabilen Eigenschaften aus. Grund dafür ist das sogenannte MemoryGel, wodurch sich die Brust sehr natürlich anfühlt. Seit 2009 gehört Mentor als Hersteller von Brustimplantaten zum US-Unternehmen Johnson & Johnson.

Eurosilicone

Bei Eurosilicone handelt es sich um einen französischen Hersteller von Brustimplantaten. Das Unternehmen hat über 20 Jahre Erfahrung und vertreibt seine Produkte in mehr als 90 Ländern weltweit. Jährlich produziert Eurosilicone rund 250.000 Implantate und erreicht nach eigenen Angaben eine nachweisliche Verringerung von Kapselfibrosen durch die besondere Oberflächentextur. Darüber hinaus gibt es bei Eurosilicone für alle Patientinnen die GCA Komfort-Garantie für silikongefüllte Brustimplantate. Der Hersteller stellt im Falle eines notwendigen Austauschs infolge von Beschädigungen oder Kapselfibrosen neue Implantate zur Verfügung – die Patientin trägt dann lediglich die Kosten für die Operation.

Nagor

Nagor ist der einzige Hersteller für Brustimplantate in Großbritannien und betreibt Fabriken in Schottland und England. Ebenso wie Eurosilicone gehört Nagor zur GC Aesthetics Group und arbeitet mit mehr als 40 Partnerunternehmen weltweit zusammen. Bislang hat Nagor mehr als 34 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Brustimplantaten.

Sie haben weitere Fragen zu Brustimplantaten oder suchen eine Praxis oder Klinik in Ihrer Nähe? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Unsere Mitarbeiter beraten Sie gern. Natürlich kostenfrei, unverbindlich und diskret.

Telefon: 0800 200 50 60

 

[1] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), https://www.vdaepc.de/pressemitteilung-statistik-2019-trends-der-aesthetisch-plastischen-chirurgie/ (Stand 2018/19).
[2] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. Luxemburg: Springer-Verlag, 2018.
[3] Wörle, B.: Ästhetische Chirurgie. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.
[4] Berger, A.; Hierner, R (Hrsg.).: Plastische Chirurgie: Mamma. Stamm. Genitale. Heidelberg, Berlin: Springer Verlag, 2007.
[5] Wörle, B.: Ästhetische Chirurgie. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.
[6] Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), https://www.dgaepc.de/transparenz-im-sinne-des-patientenschutzes-bundesregierung-beschliesst-einfuehrung-eines-deutschlandweiten-implantateregisters/ (Stand: 03.04.2019).
[7] Busch, K.: Brustkrebs – ein Überblick. Flensburg: GRIN Verlag, 2008.
[8] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. Luxemburg: Springer-Verlag, 2018.
[9] Ebd.
[10] Ebd.
[11] Germann, G.; Reichenberger, M.: B-Lite – Das Implantat der Zukunft oder wie sieht die Zukunft der Implantate aus? Heidelberg: Kaden Verlag, 2018.
[12] Wörle, B.: Ästhetische Chirurgie. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.
[13] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. Luxemburg: Springer-Verlag, 2018.
[14] Ebd.
[15] Ebd.
[16] Berger, A.; Hierner, R (Hrsg.).: Plastische Chirurgie: Mamma. Stamm. Genitale. Heidelberg, Berlin: Springer Verlag, 2007.
[17] Wörle, B.: Ästhetische Chirurgie. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.
[18] Ueberreiter, K.: Autologe Fettgewebstransplantation. Luxemburg: Springer-Verlag, 2016.
[19] Fansa, H.; Heitmann, C.: Brustchirurgie. Luxemburg: Springer-Verlag, 2018.


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