Brustverkleinerung – Kosten, Finanzierung und Kostenübernahme durch Krankenkasse

Brustverkleinerung Operation
Laut der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) wurden allein im Jahr 2017 weltweit 489.146 Brustverkleinerungen vorgenommen.[1] Viele Frauen wie auch Männer interessieren sich für diese ästhetisch-plastische Operation, dabei sind die Kosten oftmals ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen den chirurgischen Eingriff.

Wie setzt sich der Preis für eine Brust-
verkleinerung zusammen?

Die Kosten für eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) setzen sich aus folgenden Punkten zusammen:[2]

  • Beratungsgespräche und Voruntersuchungen – bereiten die zu behandelnde Person ausführlich auf den Eingriff vor.
  • Ausstattung der Klinik und Personalkosten – hängen unter anderem davon ab, wie umfangreich eine Betreuung vor Ort stattfindet.
  • Operativer Eingriff – beinhaltet Kosten für den OP-Saal, die Operationstechnik, Narkose, Dauer des Eingriffs und schmerzstillende Medikamente.
  • Klinikaufenthalt – beschränkt sich in der Regel auf eine Nacht.
  • Nachsorgetermine – begleiten den Heilungsprozess.
  • Spezial-BH für die Heilungsphase – unterstützt die komplikationsfreie Abheilung.
  • Individuelle Zusatzleistungen – können bspw. durch eine gleichzeitige Korrektur der Brustwarzen oder eine zusätzliche Bruststraffung entstehen.

Einige Preisfaktoren, wie zum Beispiel die Dauer des Eingriffs, sind abhängig von der Beschaffenheit der eigenen Brust. Weiterhin wird die Operationstechnik individuell auf die zu behandelnde Person abgestimmt.

Was kostet eine Brustverkleinerung? – Überblick

Durchschnittlich sollten Betroffene bei seriösen Angeboten für eine Brustverkleinerung mit Kosten zwischen 5.000 und 7.000 Euro rechnen. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick der durchschnittlichen Kosten an verschiedenen Standorten deutschlandweit:

Mitunter bieten ärztliche Fachkräfte und Kliniken die Brustverkleinerung auch für weniger als 5.000 Euro an. Diese Angebote sollten genau geprüft werden, da eventuell nicht alle Kosten im Preis enthalten sind. Einzelne Bestandteile des Preises, wie zum Beispiel für die Betäubung, werden dann extra berechnet. So steigt der günstige Angebotspreis schnell bis zur üblichen Höhe der Kosten für eine Brustverkleinerung an.

Angebote für Brustverkleinerungen vergleichen

Bei der Brustverkleinerung handelt es sich um einen operativen Eingriff, der mit gewissen Risiken verbunden ist. Daher ist es essenziell, sich vorab umfassend zu informieren, alle Aspekte für die Entscheidung abzuwägen und nichts überstürzt zu veranlassen. Insbesondere die Wahl der medizinischen Fachkraft sollte wohl überlegt und nicht nur vom Preis abhängig sein. Es wird empfohlen, mehrere Angebote einzuholen und Praxen sowie Kliniken zu vergleichen. Dabei ist es ausschlaggebend, dass Betroffene sich gut aufgehoben und beraten fühlen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Angebote dieselben Leistungen umfassen, um sie besser miteinander vergleichen zu können.

Wann wird eine Brustverkleinerung von der Krankenkasse bezahlt?

Wann eine Brustverkleinerung von der Krankenkasse bezahlt wird, wird von Fall zu Fall entschieden. Grundsätzlich müssen die Kosten für solche Operationen selbst getragen werden. Ist die Brustverkleinerung jedoch aufgrund starker körperlicher oder psychischer Beschwerden notwendig, besteht die Möglichkeit, eine Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu beantragen. Der Antrag muss vor der Operation gestellt werden.

Nachdem der Antrag eingegangen ist, entscheidet ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) über die Kostenübernahme.[3] Der Antrag wird auf Grundlage der eingereichten Unterlagen geprüft. In manchen Fällen wird die antragstellende Person auch zu einem persönlichen Gespräch gebeten. Generell gilt, je ausführlicher Betroffene schildern, warum der Eingriff notwendig ist, desto eher wird einer Übernahme der Kosten zugestimmt.

Eine Garantie für die Kostenübernahme besteht allerdings nicht. Um die Chancen auf eine Bewilligung zu erhöhen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Medizinische Notwendigkeit

Die wichtigste Voraussetzung für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist, dass es sich um eine medizinisch begründbare, das heißt krankheitsbedingte Operation handelt.[4] Eine medizinische Notwendigkeit ist gegeben, wenn körperliche Schäden auf den Brustumfang zurückzuführen sind. Zu den typischen körperlichen Beschwerden von Betroffenen zählen Beeinträchtigungen der Hals- und Wirbelsäule. Häufig sind auch Belastungen im Schulterbereich durch BH-Träger die Folge.[5] Idealerweise wird im Antrag deutlich, dass eine Brustverkleinerung gesundheitliche Probleme lindern würde. Weitere Maßnahmen, die körperliche Beschwerden eindämmen können, sollten zuvor weitestgehend ausgeschöpft worden sein.

Von einer Betonung psychischer Beeinträchtigungen ist abzuraten. Anderenfalls kann von der Krankenkasse zu einer Psychotherapie anstelle einer Brustverkleinerung geraten werden.

Ästhetische Gründe hingegen sollten gar nicht angeführt werden, da diese keine medizinische Notwendigkeit darstellen.

Ärztliche Behandlungen und Atteste

Betroffene sollten wegen ihrer körperlichen Beeinträchtigungen bereits in ärztlicher Behandlung sein. Atteste und Nachweise über Behandlungsmaßnahmen wie Krankengymnastik wirken sich positiv auf die Antragstellung aus. Belege über eine regelmäßige Teilnahme an Sport- oder Gymnastikprogrammen sind ebenfalls von Vorteil. Wenn sich trotz einer starken Gewichtabnahme der Brustumfang nicht maßgeblich verringert hat, sollte auch dies im Antrag erwähnt werden.[6]

Kostenvoranschlag einer plastisch-chirurgischen Fachkraft

Gemeinsam mit dem Antrag auf eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse empfiehlt es sich, einen oder mehrere Kostenvoranschläge von plastisch-chirurgischen Fachkräften einzureichen. Nach einem ersten Beratungsgespräch erhalten Betroffene in der Regel eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten. Kostenvoranschläge sollten immer alle Preisbestandteile ausweisen. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass es sich nicht um auffallend teure Angebote handelt. Es kann auch vorab bei der Krankenkasse erfragt werden, ob mit bestimmten chirurgischen Einrichtungen eine Zusammenarbeit besteht.

Fazit zur Kostenübernahme einer Brustverkleinerung

Damit die Kosten für eine Brustverkleinerung von der Krankenkasse getragen werden, muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) einer Bewilligung zustimmen. Aufgabe des MDK ist es sicherzustellen, dass Leistungen der Krankenkassen allen Versicherten zugutekommen, welche die medizinischen Voraussetzungen erfüllen.[7] Daher ist es wichtig, die Gründe für den Antrag auf eine Brustverkleinerung so genau und umfangreich wie möglich darzulegen. Alle Belege für körperliche Leiden sollten dem Antrag beigefügt werden. Dies können zum Beispiel Bilder von Einschnürungen durch BH-Träger sein.

Wird die Kostenübernahme der Brustverkleinerung dennoch abgelehnt, besteht die Möglichkeit, sich rechtlichen Beistand zu suchen. In einigen Fällen entschied das Gericht zugunsten der Betroffenen und die Krankenkasse musste alle entstandenen Kosten übernehmen.

Finanzierung einer Brustverkleinerung

Die Kosten für eine Brustverkleinerung können eine hohe finanzielle Belastung darstellen. Viele Kliniken und ärztliche Fachkräfte für plastische Chirurgie bieten deshalb Finanzierungsmodelle an. Bei einer Finanzierung werden die Gesamtkosten für die Operation in monatliche Teilbeträge aufgesplittet. Dies wird auch von spezialisierten Drittanbietern angeboten, welche ausschließlich medizinische Behandlungen finanzieren. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die eigene Hausbank bezüglich eines Privatkredits zur Finanzierung einer Brustverkleinerung zu kontaktieren.

Sie haben weitere Fragen zu den Kosten für eine Brustverkleinerung? Dann rufen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gern dabei, das passende Angebot zu finden – kostenlos und unverbindlich.

Telefon: 0800 200 50 60

 

[1] International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS), https://www.isaps.org/wp-content/uploads/2019/03/ISAPS_2017_International_Study_Cosmetic_Procedures_NEW.pdf (Stand 2017).

[2] Dr. med. Bromba, https://www.dr-bromba.de/brustverkleinerung/brustverkleinerung-kosten/ (Stand: 18.06.2019).

[3] Dr. med. Martin Kürten, https://dr-kuerten.de/brust-op/brustverkleinerung/krankenkasse (Stand: 18.06.2019).

[4] Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC), https://www.vdaepc.de/service-informationen/haeufige-fragen-faqs/ (Stand: 18.06.2019).

[5] Spanholtz, T.: Schönheitsoperationen: Den besten Arzt finden, die Behandlung richtig planen. Südwest Verlag, 2018.

[6] Ärzte Zeitung, Urteil Sozialgericht Aachen, https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/899910/urteil-kasse-muss-brustverkleinerung-bezahlen.html (Stand: 26.11.2015).

[7] Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK), https://www.mdk.de/mdk/mdk-gemeinschaft-gesundheitssystem/ (Stand: 18.06.2019).


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