Brustverkleinerung – Behandlung, OP und Risiken

Eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) ist ein chirurgischer Eingriff zur Verkleinerung der Brüste und geht meistens mit einer Bruststraffung einher. Die Entscheidung zu einer Brustverkleinerung erfolgt meist aus medizinischen Gründen, da ein großer Busen Schmerzen in Nacken, Rücken oder der Brust hervorrufen kann und bei einigen Betroffenen zudem zu psychischen Beschwerden führt.

Gründe für eine Brustverkleinerung

Bruststraffung

Brustverkleinerungen werden meist aufgrund körperlicher oder psychischer Beschwerden oder aus ästhetischen Gründen gewünscht.

Sind die Brüste sehr schwer, führt das häufig zu Schmerzen im Rücken und kann zudem durch eine langfristige Fehlhaltung des Körpers einen Verschleiß der Wirbelsäule bedingen. Auch das Tragen eines BHs kann in diesem Fall Leiden nach sich ziehen, da die Riemen beispielsweise unangenehm in Schultern und Rücken schneiden oder sich in der Unterbrustfalte schmerzhafte Entzündungen bilden.

Ebenso klagen Betroffene häufig über Unannehmlichkeiten beim Sport, fühlen sich beobachtet oder ausgegrenzt im Alltag und leiden deswegen unter einem geringen Selbstwertgefühl. Dies kann langfristig zu psychischen Problemen führen. Eine Brustverkleinerung stellt somit für Frauen mit großen oder unterschiedlichen Brüsten eine Option dar, ihrem Unwohlsein zu entgehen.

Voraussetzungen für eine Brustverkleinerung

Für eine Brustverkleinerung ist neben einem Mindestalter von 18 Jahren eine volle körperliche Entwicklung Voraussetzung. Nur in Einzelfällen ist dieser Eingriff vorher möglich. Zusätzlich sollte die Familienplanung abgeschlossen sein und die Stillzeit mindestens acht Monate zurückliegen, da der Eingriff Auswirkungen auf die Stillfähigkeit haben kann.

Körperliche Voraussetzungen

In einem ausführlichen Vorgespräch klärt die Ärztin oder der Arzt die Beweggründe zur Brustverkleinerung ab. Dabei werden neben möglichen Risiken und Komplikationen ebenfalls die realistischen Resultate erläutert. Auch, ob die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, wird dabei festgestellt.

Ausschlusskriterien sind beispielsweise eine Schwangerschaft sowie eine Reihe an Erkrankungen. Medikamente wie Blutverdünner oder Schmerzmittel sollten nach Absprache mindestens 14 Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden.

Psychische Voraussetzungen

In der Erstberatung muss ebenso die psychische Eignung zu diesem Eingriff festgestellt werden. Dabei geht es darum, ob die Patientin aus eigenem Wunsch eine Brustverkleinerung anstrebt, sich über diese Entscheidung sicher und den Risiken bewusst ist.

Brustverkleinerung: Kosten und Preise

Brustverkleinerung Kosten >>

Da sich die Kosten einer Brustverkleinerung nach mehreren Faktoren richten, gibt es keinen festen Preis. Generell wird mit 4.000 bis 7.500 Euro gerechnet, ein genaueres Angebot entsteht erst nach einer ausführlichen Voruntersuchung. In dieser wird geklärt, welche Methode infrage kommt und wie hoch das zu reduzierende Gewicht ist. Bei der Wahl der Behandlung spielen vor allem folgende Aspekte eine Rolle:

  • Soll vor allem Fett- oder Drüsengewebe entnommen werden?
  • Soll die Haut gestrafft werden?
  • Muss die Brustwarze versetzt werden?

Es ist ratsam, vorher zu prüfen, ob die Krankenversicherung die Kosten der Brustverkleinerung übernimmt. Die Preise einer Brustverkleinerung decken im Wesentlichen folgende Punkte ab:

  • Beratungsgespräch und Voruntersuchung
  • Operation inkl. OP-Saal, Narkose, Medikamente
  • Klinikaufenthalt (mindestens eine Nacht)
  • Nachsorge mit drei bis sechs Terminen
  • Individueller Stütz-BH

Bei der Wahl der Klinik sollte darauf geachtet werden, mehrere Angebote einzuholen, welche dieselben Leistungen umfassen. Nur so können die Preise aussagekräftig miteinander verglichen werden. Dabei ist es wichtig, dass in dem verbindlichen Kostenvoranschlag alle Voruntersuchungen, Medikamente und die Nachsorge inkludiert sind.

Kostenübernahme bei Brustverkleinerung

Brustverkleinerung Kostenübernahme >>

Krankenversicherungen übernehmen Behandlungen lediglich, wenn sie medizinisch notwendig sind. Daher verweist die Krankenkasse bei Wunsch nach einer Kostenübernahme der Brustverkleinerung erst auf andere Therapien, wie Krankengymnastik, einer Psychotherapie oder einer Empfehlung zur Gewichtsreduktion.

Da diese im Regelfall nur das Symptom, nicht aber die Ursache behandeln, haben Betroffene meist weiterhin das Bedürfnis nach einer Brustverkleinerung. Da Krankenversicherungen grundsätzlich verpflichtet sind, Behandlungen zu übernehmen, die der Heilung dienen, hilft es rechtliche Beihilfe zu beanspruchen. In der Vergangenheit entschieden zahlreiche Gerichte zugunsten von Klägerinnen und stimmten der geforderten Kostenübernahme für eine Brustverkleinerung durch die Krankenkassen zu.

Worauf sollte bei der Wahl der Klinik geachtet werden?

Bei Operationen spielt generell die Erfahrung der ärztlichen Fachkraft die größte Rolle. Wird diese zudem gut bewertet, kann auf zahlreiche erfolgreiche Behandlungen zurückblicken und macht insgesamt einen seriösen Eindruck, spielt der Preis meist nur eine nebensächliche Rolle. Dennoch sollten alle Kosten klar und transparent von der Klinik aufgeschlüsselt werden. Erst dann ist eine fundierte Entscheidung möglich.

Gerne helfen wir Ihnen, die passende Ärztin oder Arzt für Ihre Brustverkleinerung zu finden. Auf unserer Plattform führen wir mehr als 250 plastische Chirurgen und Kliniken aus Deutschland.

Behandlung bei einer Brustverkleinerung | Operation

Das Brustverkleinerungsverfahren wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel zwischen zwei und vier Stunden. Anschließend bleibt die Patientin für einige Nächte in stationärer Behandlung, um die Wundheilung zu überwachen sowie auf auftretende Komplikationen schnellstmöglich reagieren zu können.

Ablauf der Brustverkleinerung: Vorbereitung und Operation

Nach der Terminvergabe zur Brustverkleinerung gilt es einige Aspekte vorab zu beachten:

  • Zwei Wochen vor der OP keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen (Aspirin, Vitaminpräparate etc.)
  • Nach Möglichkeit nicht rauchen
  • Mit nüchternem Magen zur OP erscheinen

Vor dem Eingriff erfolgt eine Mammografie, durch die der Operierende einen Überblick über die Struktur des Gewebes erhält. Die Linien der Schnittführung werden der Patientin direkt vor der Operation aufgezeichnet. Dies geschieht im Stehen, da so die natürliche Form der Brüste besser begutachtet werden kann. Zudem wird ein Foto aufgenommen, um einen Vorher-Nachher-Vergleich zu ermöglichen.

Auch die Behandlung zur Brustverkleinerung erfolgt in einer Schräglage, damit die natürliche Form bewahrt und das gewünschte optische Ergebnis erzielt wird. Im Anschluss an den Eingriff wird der Oberkörper samt der Brüste in weiche Verbände gewickelt, wobei die Brustwarzen zur besseren Heilung frei bleiben. Um Blutergüsse zu vermeiden und eventuelle Wundflüssigkeit abfließen zu lassen, werden kleine Drainagen gelegt, die nach wenigen Tagen wieder entfernt werden.

Der Klinikaufenthalt beschränkt sich meist auf zwei Tage, nach etwa ein bis zwei Wochen werden die Fäden gezogen.

Nach der Brustverkleinerung: Heilung und Schmerzen

Brustverkleinerung Nachsorge >>

Nach einigen Tagen wird der Druckverband durch einen medizinischen Büstenhalter ersetzt, der etwa drei Wochen lang Tag und Nacht getragen werden sollte. Anschließend folgen weitere drei Wochen, in denen es reicht, ihn nur tagsüber zu tragen. Generell sollte die Patientin sich in dieser Zeit schonen, keine anstrengenden sportlichen Tätigkeiten verüben und beim Schlafen darauf achten, nicht auf dem Bauch zu liegen. Ebenfalls untersagt oder nur nach Absprache möglich sind:

  • Saunieren
  • Solarium
  • Flugreisen
  • Geschlechtsverkehr
  • Anstrengende Sportarten (starke Beanspruchung der Brust- oder Oberarmmuskulatur)
  • Duschen (nur mit wasserundurchlässigem Pflaster auf den Narben)

Darüber hinaus kann es gelegentlich zu einem Austritt von Flüssigkeit an der Narbe kommen. Falls die Wunde stark blutet oder schmerzt, sollte die behandelnde Klinik umgehend informiert und aufgesucht werden. Mäßige Schmerzen, ein Spannungsgefühl oder leichte Schwellungen in den Brüsten ist in den ersten Monaten hingegen die Regel.

Methoden der Brustverkleinerung und Schnitttechniken

Eine Brustverkleinerung wird mit unterschiedlichen Methoden und Schnittverfahren erreicht. Für welche sich die chirurgische Fachkraft entscheidet, liegt an der jeweiligen Anatomie und Größe der zu behandelnden Brust. Das Ziel ist, dabei möglichst unauffällige Narben zu hinterlassen. Im Wesentlichen werden vier verschiedene Verfahren angewendet:

T-, Anker- oder Strömbeck-Methode

Der T-Schnitt erfolgt zunächst rund um den Brustwarzenvorhof, dann senkrecht nach unten, gefolgt von einem horizontalen Schnitt unter der Brust. Nach der Entnahme des überschüssigen Gewebes und der Haut wird die Brustwarze nach oben versetzt, wodurch die T-förmige Narbe unterhalb der Brustwarze entsteht.

Ein Nachteil ist, dass die Brustwarze komplett von den versorgenden Gefäßen getrennt werden muss. Durch die anschließende Verpflanzung geht unter Umständen die Stillfähigkeit sowie die Sensibilität der Brustwarze verloren. Die Strömbeck-Methode ist das heutige Standardverfahren bei Brustverkleinerungen.

I-, Pilz-, Vertikal- oder Lejour-Methode

Bei dieser Schnitttechnik wird ebenfalls zunächst kreisförmig um den Warzenvorhof und nachfolgend senkrecht nach unten geschnitten. Anschließend wird die Haut unterhalb der Brustwarze zusammengezogen. Diese Methode eignet sich besonders gut für Patientinnen mit großen Brüsten, die zugleich eine Bruststraffung vornehmen lassen möchten.

Ein Nachteil der Pilz-Methode ist, dass das endgültige Ergebnis bis zu sechs Monate auf sich warten lässt. Da die Haut unter der Brustwarze in Falten gelegt wird („plissiert“), soll sie sich auf natürliche Weise zusammenziehen. Dieser Vorgang braucht Zeit, die genaue Dauer hängt von der Ausgangsgröße der Brust ab.

L-Methode

Die L-Methode ist eine Weiterentwicklung der klassischen Strömbeck-Methode. Auch hier wird entlang dem Vorhof der Brustwarze und anschließend senkrecht nach unten geschnitten. Im Unterschied zur T-Methode erfolgt der horizontale Schnitt allerdings nur in eine Richtung, sodass die Schnittform einem L entspricht.

Dies führt zu einer kleineren Narbe unter der Brust. Bei sehr großen Brüsten wird häufig ein kleiner zusätzlicher Schnitt in die andere Richtung durchgeführt, um den Hautüberschuss besser korrigieren zu können.

O- oder Benelli-Methode

Die Benelli-Methode eignet sich besonders für geringe Korrekturen und hinterlässt lediglich minimale Narben. Der Schnitt erfolgt ausschließlich um den Brustwarzenvorhof, dadurch können nur geringe Gewebemengen entnommen werden. Grundlegende Formänderungen, z. B. Straffungen, sind dabei nicht möglich. Nach der Entnahme wird die Haut um die Brustwarze zusammengezogen und vernäht. Die kleinen Fältchen, die dadurch entstehen, können sich wieder zurückbilden und sind durch die Anatomie des Warzenvorhofs kaum zu sehen.

Die Wahl der geeigneten Schnitttechnik für eine Brustverkleinerung erfolgt in der Voruntersuchung. Gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin entscheidet sich die Patientin, welche Methode durchgeführt werden soll. Die Voruntersuchung ist notwendig, damit der Arzt die Brust genau untersuchen kann. Andernfalls ist keine seriöse Empfehlung möglich.

Brustverkleinerung: Risiken und Komplikationen

Brustverkleinerung Risiken >>

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff ist auch bei Brustverkleinerungen in geringem Maß mit Komplikationen und Risiken zu rechnen. Dazu gehören Wundheilungsstörungen, Blutungen sowie Infektionen. Durch eine sorgfältige Pflege der Narben kann das Risiko von Infektionen allerdings deutlich gesenkt werden.

Zu den schwerwiegenden Risiken und Komplikationen einer Brustverkleinerung gehört das mögliche Absterben der Brustwarze, wenn diese nicht fachgerecht versetzt wurde – wenngleich das Risiko dafür ausgesprochen gering ist. Häufiger sind die verkleinerten Brüste sowie die umliegende Haut weniger sensibel als vor der Operation. Dieses Taubheitsgefühl schwindet jedoch meist nach einigen Monaten. Eine höhere sowie unangenehme Sensibilität ist ebenso möglich. Deshalb ist es sehr wichtig, dass in der Erstberatung und im Vorgespräch ausführlich auf mögliche Komplikationen und Risiken einer Brustverkleinerung eingegangen wird.

Erfahrungen mit Brustverkleinerung

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Ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung zur Brustverkleinerungsoperation ist die Erfahrung des behandelnden Fachpersonals. Einen ersten Eindruck gewinnen potenzielle Patientinnen über Bewertungsportale sowie Erfahrungsberichte. Bei uns finden Sie beispielsweise hilfreiche Schilderungen von persönlichen Erfahrungen und können demnach entscheiden, bei welcher medizinischen Fachkraft Sie ein erstes Beratungsgespräch haben möchten.

Ein weiterer hilfreicher Indikator ist die Service-Note. Sie wird individuell für jede Klinik und jede ärztliche Fachkraft berechnet und gibt detailliert Auskunft über die Qualifikation, den Service, die Patientenmeinungen und die im Preis enthaltenen Leistungen.

Sie haben Fragen zum Ablauf einer Brustverkleinerung oder den Kosten und Risiken der Behandlung? Dann rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne. Kostenlos und unverbindlich!

 

Telefon: 0800 200 50 60


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